Der Alltag holt die Narren ein

Eigenartig still ist sie plötzlich, unsere Stadt. Nach dem Lärm der Rosenmontagszüge und dem Tusch-Donnerwetter, das zum Ausklang der Session an Wucht gewann, ist zum Wochenausklang eine merkwürdige Ruhe eingekehrt.

Parkplätze liegen einladend nahe am Schreibtisch. Viele entsagen, es sei ihnen gegönnt, nach der lärmigen Fastnacht zum Fastenauftakt der Arbeit und halten sich den Alltag noch ein paar ruhige Stunden lang vom Leib. Sie wissen nur zu gut, dass er sie ab Montag in den Fängen hat, zum Handeln nötigt und Vertagen ahndet. Das gilt auch für unsere Ratsmitglieder. Schließlich sind die Kommunalwahlen nicht mehr allzu weit, und wer dem Bürger überzeugende Erfolgsbilanzen präsentieren möchte, muss sich jetzt in den Kampf um die Stimmen stürzen. Aber auch die vom Wähler separat gekürten Verwaltungschefs nutzten diese merkwürdige Woche zum Kräftetanken. Charlotte Britz darf und muss jetzt wieder ran. Allzu kurz währte die Lust der Rebellen am närrischen Putsch.

Als ihnen einmal mehr dämmerte, dass sich die milliardenschweren Forderungen an die Landeshauptstadt nicht in Konfetti auflösen lassen, gaben sie klammheimlich den Rathausschlüssel wieder aus der Hand.

Kleinblittersdorfs Rathausregent Stephan Strichertz wird mit den Entwicklern des Kurgebietes am Neustart für das Hotelprojekt an der Saarland-Therme feilen. Schließlich darf eine der größten öffentlichen Investitionen in der Region, der Gesundheitspark Rilchingen mit dem Herzstück Therme, nicht Stückwerk bleiben. Der Gesundheitspark muss nach langer Verzögerung Vorzeigemodell werden, für das die öffentliche Anschubfinanzierung von 24 Millionen Euro gut angelegt war. Denn wir Steuerzahler sind, erst recht nach Fastnacht, nicht zum Scherzen aufgelegt.