„Den Dialekt finde ich eigentlich ganz süß“

Die Saison am Staatstheater ist mit Volldampf gestartet, und eine ganze Reihe Menschen vor und hinter den Kulissen ist neu dabei. Wir haben ihnen allen vier Fragen gestellt und präsentieren sie in loser Folge. Heute: der Tenor Carlos Moreno Pelizari.

SZ: Warum haben Sie sich für das Saarländische Staatstheater entschieden?

Carlos Moreno Pelizari: Nach einer sehr schönen und erfolgreichen Spielzeit am Landestheater Detmold kam das Angebot, nach Saarbrücken zu wechseln. Die schönen Rollen für diese Spielzeit waren für mich ein sehr wichtiger Punkt. Es kann schnell passieren, dass man der Stimme schadet. Und man muss sehr gut aufpassen, dass die Partien, die man singt, geeignet sind. Das ist erst meine zweite Spielzeit in der Opernwelt, und ich habe noch viel zu lernen. Dafür kann ich am Staatstheater mit hervorragenden Dirigenten und Regisseuren arbeiten und dazu die tollen, erfahrenen Kollegen bei den Proben beobachten. Ich freue mich darüber, dass ich die Entscheidung getroffen habe, hierher zu kommen.

SZ: Was erhoffen Sie sich hier für Ihre künstlerische Karriere?

Carlos Moreno Pelizari: Ich kann mir nur wünschen, dass ich immer mein Bestes auf der Bühne geben kann, sodass meine Leistungen hohe Ansprüche erfüllen können. Dabei möchte ich versuchen, unserem großartigen Team im Haus zu helfen, sodass unser Publikum nur spannende, spitzenmäßige Auftritte genießen kann. Ich vertraue darauf, dass ich hier am Staatstheater immer wieder die Möglichkeit haben werde, mich durch passende Stücke weiterzuentwickeln. Singen ist ein lebenslanges Training und dafür sind mir sehr wichtig die Stunden bei meinem wunderbaren Lehrer, Wolfgang Millgramm. Ich habe bei ihm große Schritte gemacht, und lerne immer noch sehr.

SZ: Als wer oder was kann man Sie aktuell und demnächst auf der Bühne sehen?

Carlos Moreno Pelizari: Gerade laufen noch Vorstellungen von Mozarts Meisterwerk "Don Giovanni", wo ich das Glück habe, "Don Ottavio" zu singen. Danach haben wir am 16. Januar unsere Premiere von der Ballettoper Platée von J. P. Rameau, wo ich den Mercure spielen werde. Ich freue mich besonders auf den kommenden Mai, wo ich als Herzog in Rigoletto von Verdi debütieren werde. Und im Juni habe die Freude, noch eine unglaublich schöne Verdi-Rolle darzustellen: den Fenton in Falstaff.

SZ: Schon was von Saarbrücken und mitgekriegt?

Carlos Moreno Pelizari: Ja, ich mag die Stadt sehr gerne. Sie hat unglaublich schöne Ecken und einen besonderen Charme. Und ist auch (vielleicht durch die Nähe zu Frankreich) eine multikulturelle Stadt, was mir sehr gefällt. Ehrlich gesagt, den Dialekt fand ich in den ersten Wochen hier sehr kompliziert. Aber mit der Zeit habe ich angefangen, ihn besser zu verstehen. Ich finde ihn eigentlich ganz süß!

Zum Thema:

Zur PersonDer junge Tenor Carlos Moreno Pelizari wurde in Santiago de Chile geboren und studierte dort an der Pontificia Universidad Católica de Chile. Seit 2011 setzt er sein Studium bei Kammersänger Wolfgang Millgramm an der Folkwang Universität der Künste in Essen fort. Als Solist trat er in seiner Heimat mit verschiedenen Oratorien und Opern auf. In Deutschland sang er unter anderem in Münster den Fernando in "Così fan tutte" . Das Theater Dortmund engagierte Almaviva unter anderem für "Der kleine Barbier". In der Spielzeit 2014/15 war er Ensemblemitglied am Landestheater Detmold, wo er u.a. den Nemorino in "L'elisir d'amore" (Donizetti) und den Tamino in Mozarts "Zauberflöte" sang. Im Frühjahr sang er als Gast am Theater Magdeburg den Alfredo in Verdis "La Traviata". red

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