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Defensiv-Patzer verhindern den Sieg

Saarbrücken. Zwei Mal sind die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken gegen den TSV Crailsheim in Führung gegangen. Zwei Mal offenbarte sich beim 2:2 (1:0) aber auch die fehlende Kommunikation in der Defensive des Zweitligisten. Christian Thonet

Die Trauerarbeit der Germanwings-Tragödie hat die 2. Fußball-Bundesliga der Frauen erreicht. Am Sonntag begann die Partie des 1. FC Saarbrücken gegen den Tabellenzweiten TSV Crailsheim auf dem Saarbrücker Kieselhumes mit einer Schweigeminute. Darauf folgte nach fünf Minuten auch eine erste sportliche Schrecksekunde. Die Crailsheimerin Melina Riek blieb unglücklich im Rasen hängen und musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss das Spiel verlassen. Als wären die Spielerinnen beider Teams danach vorsichtiger auf dem nassen Rasen unterwegs, passierte in der ersten Halbzeit nicht viel - die Tore fielen recht spät. Zwei Mal ging der FCS in Führung, zwei Mal glich Crailsheim wieder aus. Die Partie endete 2:2 (1:0).

"Es kam von beiden Seiten nicht viel", sagte FCS-Spielerin Jacqueline de Backer: "Es wurde viel gebolzt, einfache Fehler gemacht, und das Passspiel war, gerade bei uns, nicht besonders gut. Das Spiel war sehr anstrengend und körperbetont, vielleicht hat es daran gelegen." So musste eine Ecke für das erste Tor des FCS herhalten - nach einem Gewusel im Strafraum war es die Crailsheimerin Mirjam Steck, die den Ball ins eigene Gehäuse beförderte (43.).

Doch die Führung hielt nur die Halbzeitpause. Kurz nach Wiederanpfiff unterlief der Saarbrücker Abwehr im Aufbauspiel ein folgenschwerer Ballverlust, der von Simone Klenk eiskalt ausgenutzt wurde - Ausgleich. FCS-Kapitänin Sabine Blank durfte nach abgesessener Rot-Sperre wieder ihren Platz in der Innenverteidigung einnehmen, musste aber alte Defensiv-Schwächen beobachten: "Wir waren immer wieder etwas ungeordnet, besonders in der zweiten Hälfte. Wir müssen uns da alle hinterfragen und besser als Team kommunizieren", sagte sie: "Die Abstände waren viel zu groß."

In der Offensive war die Zusammenarbeit erfolgreicher. In der 59. Minute hebelte Julia Leykauf per Doppelpass mit Lisa Mayer erst das Mittelfeld aus, um dann de Backer am Strafraum in Szene zu setzten. Die Stürmerin legte mit der Fußspitze den Ball an der herausstürmenden Torfrau zum 2:1 vorbei. "Wir haben es heute nicht geschafft, jeweils nach der Führung, die nötige Ruhe ins Spiel zu bringen, um das kontrolliert und sauber auszuspielen", meinte Teammanager Winfried Klein, dem besonders das 2:2 in 74. Minute missfiel. Die eingewechselte Jasmin Klotz konnte allein auf Torfrau Christina Ehl zulaufen und ließ ihr keine Abwehrchance. Der FCS verpasste es so, den Abstand auf die Spitze zu verkürzen und bleibt auf Platz fünf.