Das Unikum ist zurück

In den Achtzigern gehörten sie auch deutschlandweit zu den gefragtesten Bands. Dann gab die saarländische Final Heat Band (FHB) das gemeinsame Musizieren auf. 25 Jahre lang. Bis sie sich 2011 wieder neu formierte.

In den Achtzigern zählte sie ein paar Jahre lang auch über die Grenzen unseres Bundeslands hinweg zu den gefragten Pop-Formationen: Schon die Größe mit zwölf Musikern machte die 1985 ins Leben gerufene saarländische "Final Heat Band" (FHB) zur Attraktion. Ende 1987 war dann Schluss, ein Vierteljahrhundert lang. Nach der Riesenpause formierte sich die FHB in teilweise neuer Besetzung wieder, um ihren mit starkem Gebläse aufwartenden Urständ zu feiern.

Wie kam es dazu? Anno 1987 hatte es die FHB mit Tournee-, Presse- und TV-Anfragen "zu einer gewissen Popularität" gebracht, erzählt Sänger Ginger Scott, der bürgerlich André Lukats heißt und hauptberuflich als Musikverleger, Produzent und Medienmanager tätig ist.

Nun stand die Entscheidung an, "professionell weiterzuarbeiten, was für die Mehrzahl der Musiker damals nicht in Frage kam". Familiengründungen hatten teilweise Vorrang, sagt Ginger Scott. Einige aus dem Team griffen weiterhin professionell zu den Instrumenten, wie zum Beispiel Joy Fleming , Helge Schneider , Guildo Horn , Spliff, Palastorchester und sogar Gloria Gaynor. 2011 war es dann so weit: Für eine Veranstaltung im Rahmen der Saar-Rock-History fand die Final Heat Band wieder zusammen. Groß war die Lust, "die Band mit der Erfahrung aus 25 Jahren aufleben zu lassen", so Ginger Scott. Die aktuelle Besetzung besteht neben dem Sänger aus der Ur-Rhythmusgruppe aus Jens Wrede (Schlagzeug), Manni Britz (Percussion), Martial Krier (Keyboards), Tom Schmitt (Bass) und Tom Thull (Gitarre). Neu hinzugekommen sind eine fünfköpfige Bläserabteilung ("die auch mal wechselt") und die Sängerinnen Julia Wrede und Pascaline N' Sandra, Finalistin der ProSieben-"Popstars". Eine bunte Truppe trifft sich da zum Proben auf den Saarbrücker Saarterrassen : Neben den Gründervätern spielt junger Nachwuchs, neben Musikprofis eine Ärztin, ein Optikermeister, ein Druckverfahrentechniker und ein Ingenieur - sie reisen aus dem Saarland, Lothringen, Bonn und München an. Und das Repertoire? Zu den "alten" 80er-Eigenkompositionen, die nicht zuletzt wegen des Kult-Charakters noch im Programm sind, "kommen nach und nach neue Kompositionen sowie moderne Coversongs" hinzu. Dank der Riesenbesetzung mit heute bis zu 14 Musikern sei die FHB immer noch "ein Unikum mit der Fähigkeit, außergewöhnliche Songs zu spielen", schwärmt Ginger Scott. Und: "Die FHB war immer Sprungbrett für begabte Musiker in die Professionalität, damals wie heute." Nach jüngeren Auftritten bei der Großen Nachtmusik und beim Burg- und Weiherfest in Illingen, dem Wustock-Festival in Wustweiler und in der Saarbrücker Breite63 stehen 2017 der Ducsaal in Freudenburg im Terminkalender, neue CD-Aufnahmen und jetzt (bereits zum zweiten Mal) ein Konzert in der Saarbrücker Malzeit.

Samstag, 28. Januar, 20 Uhr: Kulturbistro Malzeit. Tel. (0681) 938 01 98