Das Leben ist ein Theater-Wunder

Das Leben in voller Härte bringt „Rimini Protokoll“ im Programm der Perspectives am Samstag und Sonntag auf die Bühne. Die querschnittsgelähmte Maria Cristina Hallwachs schildert im Stück „Qualitätskontrolle“ – künstlerisch verdichtet – ihren Lebensweg.

Der verlief ganz anders als geplant, nachdem sie vor 20 Jahren, als 18-Jährige, kopfüber in einen Pool sprang und sich das Genick brach.

Damit gehen Helgard Haug und Daniel Wetzel, zwei von drei Mitgliedern des Kollektivs "Rimini Protokoll", konsequent einen Weg weiter, den die Gruppe seit Jahren mit großem internationalen Erfolg eingeschlagen hat. 2012 zählte ihr Doku-Theater über das Leben von Müllsammlern aus Istanbul zu den Höhepunkten des Festivals Perspectives in Saarbrücken. Die echten Müllwerker auf der Bühne präsentierten sich als Menschen, die das, was sie tun, mit Würde tun. In Rahmen der Saarbrücker Poetik-Dozentur, die Rimini-Protokoll 2012 übernommen hatte, erklärte das Kollektiv: "Jeder Mensch ist ein Darsteller." Das Trio gilt mit seiner Arbeitsweise als wichtigster Vertreter "eines neuen Dokumentarismus" (Der Spiegel). Und schafft es dabei, die Zuschauer mit harter Realität zu packen und zu faszinieren.

Das gelingt wohl auch mit dem neuen Stück "Qualitätskontrolle", sagen die Kritiker: "So paradox es klingen mag: man kommt geradezu beschwingt aus dem Theater. (...) Man ist ergriffen und fasziniert von Maria-Cristina Hallwachs, die uns zeigt, dass das Leben ein Wunder und ein Glück ist…." (Frank Dietschreit, RBB kulturradio, 11. November 2013). Wer sich überzeugen will, dass die Perspectives neben aufwendigen Feuerspektakeln auch schwierige, aber durchaus lohnende Kost im Angebot haben, sollte die Aufführung in der Osthalle am Römerkastell nicht verpassen (24. und 25. Mai, 19.30 Uhr).

Karten: K4-Forum am St. Johanner Markt, Tel. (06 81) 95 80 78 65. ticket @festival-perspectives.de

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