Das Jazzorchester der Musikhochschule begeistert

Mit zwei Semesterabschlusskonzerten zeigten die Studierenden der Jazzabteilung der Hochschule für Musik Saar (HfM) am vergangenen Wochenende, was sie in den letzten Monaten gelernt haben. Für Samstag hatten sich die Combos Freeblow, Studio 6 Connection, Basic Jazz Lounge und Lounge Grooves angesagt.

Los ging die Leistungsschau am Freitag im gut besuchten HfM-Konzertsaal mit dem Quintett "Lennie's Birds" (Dozent Martin Schulte), das sich der Musik von Lennie Tristano widmete, und, wie der Name verriet, zugleich auch der von Charlie "Bird" Parker.

Wie vom Moderator des Abends, Oliver Strauch, versprochen, wurden die Blue-Note-Freunde mit anregendem Swing der schnurgerade schnurrenden Rhythmusgruppe unterhalten; dazu gab es geradezu schlafwandlerisch federleichte Bläserklänge: Timo Göhrlich (Flügelhorn) und Sebastian Berger (Saxofon) erprobten verschiedenste Facetten des Miteinanders bis hin zu penibel parallel geführten Linien - vor allem Letztere erwiesen sich als beileibe keine leichte Übung.

Mit Spannung erwartet wurde der Auftritt des HfM-Jazz Orchestra. Unter Leitung von Georg Ruby, Chef der Jazzabteilung, führte das Großensemble die bekannte, rund einstündige "Sweet Time Suite" von Kenny Wheeler auf. Mit seiner von zahlreichen Solobeiträgen aus den Orchesterreihen geschmückten, durchweg hörenswerten Interpretation legte es eine Referenz für die Arbeit eines Hochschulorchesters vor. Von dem schönen tragenden Hauptthema eröffnet, gab es majestätische Grooves, voluminöse Tutti, nahtlose Rhythmuswechsel und auch schon mal eine klangforscherische Free-Exkursion eines Unterensembles - im Fokus stand dabei Sängerin Annika Jonsson, die auch Live-Sampling einsetzte. Zu Recht Riesenapplaus.