Das ideale Wohnquartier

Wie sieht es aus, das ideale Wohnquartier in der Stadt. Wie wollen die Menschen der verschiedenen Generationen, Kulturen und Milieus leben. Der Frage gingen die Teilnehmer eines Workshops am Donnerstag in der Arbeitskammer nach. Eingeladen hatte der Verein Denkwerkstatt Saarbrücken.

Die Lust auf das Leben in der Stadt ist groß. Auch nach Saarbrücken kommen jedes Jahr mehr Menschen als wegziehen. Wie gelingt es, die unterschiedlichen Lebenswelten und Bedürfnisse der Menschen in Einklang zu bringen? Eine Frage, die nicht nur Stadtplaner beschäftigt. Auch der Verein Denkwerkstatt Saarbrücken hat sich des Themas angenommen. Bereits zum dritten Mal hat der Verein zu einem Workshop eingeladen, der sich mit dem Zusammenleben in der Stadt beschäftigt. Junge Kreative, Banker, Stadtentwickler, Politiker und sozial Engagierte haben sich darüber ausgetauscht, was sie unter gutem Leben in der Stadt verstehen.

Die größte Überraschung für Birgit Quien, Präsidentin der Denkwerkstatt Saarbrücken , war, "dass mein eigener Wunsch vom Leben und Wohnen in der Stadt von den Menschen meiner Generation der über 50-Jährigen geteilt wird". Und auch, "dass die jungen Leute genauso offen für die Bedürfnisse von uns Älteren sind." Den jungen Kreativen fehle es dagegen vor allem an Wertschätzung ihres Engagements, fasst Quien zusammen. "Ihnen müssen Quartiere zur Verfügung gestellt werden, die ihren Wissensdrang und die Neugierde beflügeln."

Mehr Freiräume, wo Menschen sich begegnen können, wünschten sich alle Teilnehmer. Sei es ein gemeinsamer Garten, ein Café, Grünflächen, kleinere Parks, Spielplätze oder auch kleine Geschäfte, in denen man sich zum Schwatz begegnet. Das gehöre zu einer guten Nachbarschaft einfach dazu. Auch die Mischung an Leuten in einem Wohnviertel muss stimmen, fasst Gerd Schank vom Amt für Stadtentwicklung der Stadt Saarbrücken die Diskussion zusammen. Die beliebtesten Viertel seien immer noch die mit einer durchmischten Alters- und Familienstruktur.

Er fühlt sich durch den Workshop in seinem Tun bestätigt. Vor allem darin, die Bewohner eines Viertels in die Stadtteilplanung einzubeziehen und miteinander zu reden. "Etwa mit den Stadtteilkonferenzen, die wir unter anderem in Malstatt oder Alt-Saarbrücken veranstalten". Regine Schäfer-Maier vom Frauenbüro der Stadt Saarbrücken wünscht sich dagegen noch mehr Bürgerbeteiligung. "Ich hoffe, dass ein paar Ergebnisse dokumentiert und an die Verantwortlichen bei der Stadtplanung weitergeleitet werden", sagt sie abschließend. Auch ein Herzensanliegen von Birgit Quien: "Es wäre klasse, wenn die Ergebnisse des Workshops von der Baudezernentin und dem Stadtplanungsamt aufgegriffen würden."