Das Geheimnis des Kupferschmieds

Saarbrücken. Das Kupferschmiedehandwerk ist einer der ältesten Berufe der Metallverarbeitung. Und dieses Handwerk hat viel mit der Familiengeschichte des Saarbrückers Günther Kranz (75) zu tun. Die Kupferschmiede der Familie Kranz war ursprünglich in der Kronenstraße am St. Johanner Markt. Joseph Kranz, der Urgroßvater von Günter Kranz, verlegte die Schmiede 1872 in die Betzenstraße

Saarbrücken. Das Kupferschmiedehandwerk ist einer der ältesten Berufe der Metallverarbeitung. Und dieses Handwerk hat viel mit der Familiengeschichte des Saarbrückers Günther Kranz (75) zu tun. Die Kupferschmiede der Familie Kranz war ursprünglich in der Kronenstraße am St. Johanner Markt. Joseph Kranz, der Urgroßvater von Günter Kranz, verlegte die Schmiede 1872 in die Betzenstraße. Der kleine Handwerksbetrieb befand sich in einem Innenhof in der Nähe des heutigen Rathauses. Die Kupferschmiede Kranz stellte vor allem Branntweinblasen, Kühlrohre sowie Kessel und Zubehör für Brauereien und die chemische Industrie her. Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts musste der Vater von Günther Kranz, Rudolf Kranz, den Betrieb schließen. "Die Konkurrenz durch andere Materialien ist einfach zu groß geworden", sagt Günther Kranz. Doch nicht nur Gebrauchsgegenstände für die Industrie stellten die Saarbrücker Kupferschmiede her, sondern auch Kunstgegenstände. So auch die Kupferkugel, das Turmkreuz und den Hahn auf der Johanneskirche. Diese Gegenstände montierte der Großvater von Günter Kranz - er hieß wie der Urgroßvater Joseph - 1897 auf der Kirche.In die Kugel schweißte Joseph Kranz damals verschiedene Dokumente von der Hochzeit mit seiner Braut Katharina Günther, die er am 19. Mai 1896 zum Altar geführt hatte. Als 1973 Dachdecker die Kugel restaurierten, entdeckten sie die Dokumente - legten sie aber nach Restaurierung der Kugel wieder dort hinein (SZ vom 14. Dezember 1973). Ein weiteres Kunstwerk stellten die Kupferschmiede kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Krieg her. Es handelt sich dabei um eine etwa zwei Meter große Skulptur aus Kupfer, die eine Äskulapschlange - das Symbol der Ärzte - darstellen soll. "Die Skulptur wurde auf dem Dach des Rastpfuhlkrankenhauses installiert", erinnerte sich Günther Kranz. Das Krankenhaus heißt es heute Caritasklinik St. Theresia. Aber die Äskulapschlange ist verschwunden. Günther Kranz ist als direkter Nachfahre der Kupferschmiedefamilie sehr daran interessiert, zu wissen, was mit dieser Skulptur passiert ist.Infos über den Verbleib der Skulptur bitte an die SZ unter Tel. (06 81) 5 02 22 81.