Das Frivole oft im Fokus der Worte

Reigen von Gedichten, Haikus und Satiren präsentierte Texter und Karikaturist Roland Stigulinszky im Bildungszentrum der Kirkeler Arbeitskammer. Eine „Lesung für Frivolwollende“ betitelte der weit über 80-Jährige den Abend und sein Programm.

Er ist schon ein Schelm, dieser Roland Stigulinszky. Was der inzwischen weit über 80 Jahre alte Texter, Zeichner und Karikaturist da am Dienstagabend im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel in Worten und damit verbundenen Bildern im Kopf zum Besten gab, dass ließ Manchem die Ohren rot glühen. Eine "Lesung für Frivolwollende" hatte Stigulinszky seinen Reigen von Gedichten, Haikus (japanische Dichtkunst) und Satiren genannt, musikalisch umrahmt von Walter Lorscheider und Astrid Franz. Und der Name war Programm: Mehr als einmal rückte der gebürtige Saarbrücker Stigulinszky das körperlich-zwischenmenschliche in den Fokus seiner Worte.

Doch wer ist dieser mitunter verschmitzt lächelnde Stigulinszky eigentlich. Auf jeden Fall weit mehr als sein Kürzel "Stig", mit dem er seine Zeichnungen und Karikaturen signiert. Eines wird im Gespräch mit ihm klar: Er ist keiner, der auf der Bühne eine gefällige Rolle spielt. Der Stigulinszky hinter dem Mikrofon deckt sich prima mit dem Stigulinszky beim improvisierten Interview Minuten vor seinem Auftritt. Denn: Ganz seinem Programm folgend, setzt er auch da mühelos Frivoles als Akzente inmitten augenzwinkernder Antworten. Ob er sich sicher sei, mit seinen Frivolitäten den Nerv des Publikums zu treffen? "Bei solchen Geschichten, zumal, wenn sich das Frivole bis in die möglichen Endphasen hin steigert, kann man sich nie ganz sicher sein." Sagt's - und setzt in echter Stigulinszky-Manier einen drauf: "Man muss vor allem wissen, worüber man redet."

Da bohrt man als Journalist natürlich nach - und bekommt auf die Vorlage, er sei als Gesamtkunstwerk Stigulinszky ja eine vielschichtige Persönlichkeit, gleich mal einen Vorgeschmack auf's folgende Programm. "Haben Sie keine Angst, dass sie bei dieser Vielschichtigkeit zu tief einfahren müssen?" Nein! Und ja: Es gibt Interviews, die machen einfach Spaß. Dass er sich mit seinem wunderbar lustvollen Gedichten, Haikus und "Sehr-Kurz-Geschichten" durchaus zwischen Welten bewege, gesteht Stigulinszky ohne Zögern ein. "Ich hoffe, ich bin ein sicherer Grenzgänger. Bei der Absicherung dieses Grenzgangs geht mir aber meine Frau zur Hand. Und die sagt dann schon: Das bitte nicht!"

Und dann lässt "Stig" auf die Frage, mit wieviel Spaß er das tue, was er gerade und auch sonst tue, wieder einmal kurz die sprachlichen Hüllen fallen. "Das hängt ja davon ab, ob man sich um das Spaß-Haben bemühen muss oder ob er so spontan kommt, wenn er kommen soll. Er kommt ja nicht immer." Spricht es aus und macht alles andere als ein ernstes Gesicht.

Minuten später kommen die zahlreichen abendlichen Gäste des Bildungszentrums in den Genuss von Stigulinszkys frivolen Wortspielereien, mit großer Freude und mitunter mit den besagten roten Ohren.

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