Das emotionale Durcheinander

Saarbrücken · Die B-Juniorinnen des 1. FC Saarbrücken haben mit einem 4:2 (2:0) gegen den Herforder SV im letzten Heimspiel der neugegründeten Bundesliga die Vize-Meisterschaft perfekt gemacht. Unter die Freude mischten sich auch Tränen. Den zwölf Spielerinnen wurden verabschiedet.

 Die B-Juniorinnen des 1. FC Saarbrücken feiern nach dem Schlusspfiff ausgelassen die Vize-Meisterschaft. Nach dem 4:2 gegen den Herforder SV flossen aber auch Tränen. Foto: Ruppenthal

Die B-Juniorinnen des 1. FC Saarbrücken feiern nach dem Schlusspfiff ausgelassen die Vize-Meisterschaft. Nach dem 4:2 gegen den Herforder SV flossen aber auch Tränen. Foto: Ruppenthal

Foto: Ruppenthal

Ihr Saisonziel haben sie erreicht. Dennoch herrschte bei den B-Juniorinnen des 1. FC Saarbrücken ein emotionales Durcheinander nach dem letzten Heimspiel der Saison in der Fußball-Bundesliga West/Südwest. Mit einem 4:2 (2:0) am vergangenen Samstag gegen den Herforder SV konnten sich die Saarbrückerinnen die Vize-Meisterschaft hinter Meister FSV Gütersloh sichern, ohne dabei zu glänzen. "Mit der Leistung heute kann ich nicht zufrieden sein", erklärte Trainer Kai Klankert, winkte aber lächelnd ab: "Insgesamt war es eine sehr gute Saison von uns." Und dazu gehört auch mal ein durchwachsenes Spiel. "Das Wichtigste waren heute ganz einfach die drei Punkte", bestätigte Co-Trainer Jörg Krüger: "Vize-Meisterschaft hört sich schon mal nicht schlecht an."

Während sich die unterlegenen Herforderinnen nach Spielende jubelnd in den Armen lagen, weil das gleichzeitige 1:4 von Borussia Mönchengladbach gegen den SC Bad Neuenahr für sie den Klassenverbleib bedeutete, flossen bei den Gastgeberinnen vereinzelt Tränen. Sie ließen ihren Gefühlen nach dem Pflichtsieg gegen den Tabellenachten freien Lauf. So verloren sich die B-Juniorinnen des FCS nach dem Abpfiff in kleineren Gruppen, lagen sich lachend, weinend oder beides gleichzeitig in den Armen. Für sie bedeutete das letzte Heimspiel im Burbacher Saarwiesenstadion vor allem eines: Abschied nehmen. Zwölf Spielerinnen wurden beim letzten Heimspiel verabschiedet. "Das ist für die Mädels eine schwere Sache", erklärte Krüger, "für sie verändert sich sehr viel".

Kön kehrt zurück

Vor allem für Angelina Kön ändert sich einiges. Sie wohnte seit zwei Jahren in einem Zimmer an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule. Nun verlässt sie den FCS wieder und kehrt zu ihren Eltern nach Hetzerath bei Trier zurück. "Mein Abitur hat jetzt Vorrang, da muss sich auch der Fußball hinten anstellen", erklärte sie. Sportlich wird es für Kön bei Frauen-Regionalligist TuS Issel weitergehen - Issel hat noch Chancen auf den Aufstieg in die 2. Liga. "Es ist wegen der Mannschaft so schwer", betonte sie stellvertretend für alle, die Abschied von der erfolgreichen Jugendzeit nehmen und zu den Aktiven aufrücken. Die Meisterschaft in der Regionalliga im Vorjahr sowie die Qualifikation für die neugegründete Bundesliga, in der sie Vize-Meister wurden - Erfolge, an die der FCS anknüpfen will. Nachwuchssorgen plagen Klankert nicht. "Unsere U15 hat sich gerade bei einem Leistungsvergleich in Frankreich für das Endturnier in Kitzbühel qualifiziert", sagte er. Und auch weil sich viele dieser C-Jugendlichen in der Rückrunde der B-Juniorinnen-Bundesliga schon empfohlen haben, ist Klankert vor einem emotionalen Durcheinander gefeit.

Beim 4:2 gegen den Herforder SV trafen für den 1. FC Saarbrücken vor etwa 120 Zuschauern: Kim Fellhauer (10. und 37. Minute), Angelina Kön (74.) und Marie Steimer (76.).

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