Das Abenteuer Saarlandliga startet

Mit neuem Trainer, fünf Neuzugängen und einem jungen Team ist Saarlandliga-Aufsteiger SV Merchweiler in die Saisonvorbereitung gestartet. Über 90 Prozent der Spieler kommen aus dem Ort – das verspricht für Bernd Gries eine hohe Identifikation und viele Zuschauer.

Der SV Preußen Merchweiler ist 35 Jahre nach dem Abstieg aus der damaligen Verbandsliga Saar als höchste saarländische Spielklasse im Saarfußball wieder erstklassig. Dabei spielte der Verein im Jahr 2009 noch in der Kreisliga A Ill/Theel. Jetzt sind die Preußen nach vier Aufstiegen hintereinander aufgrund von Relegationsentscheidungen, der Qualifikation für neu geschaffene Ligen und zuletzt der Meisterschaft in der Verbandsliga Nordost wieder ganz oben. Der Verein spielt in der neuen Saison in der Saarlandliga.

Für den neuen Trainer Bernd Gries war dieses Saisonfinale nicht abzusehen. "Das hätte ich vor einem halben Jahr nicht geglaubt", gesteht der 46-Jährige, der schon in der Winterpause als Übungsleiter für die kommende Saison angekündigt wurde. Für den gebürtigen St. Ingberter ist der Aufsteiger nach dem TuS Steinbach und dem FC Marpingen die dritte Trainerstation. Und jetzt die Preußen - denn Gries wohnt seit über 20 Jahren in Merchweiler und arbeitet bei der dortigen Gemeindeverwaltung.

Mit einem Altersdurchschnitt von unter 23 Jahren wird der SV eine der jüngsten Teams in der Saarlandliga stellen. Gries sagt: "Keiner unserer jungen Spieler hat in dieser Spielklasse Erfahrung. Aber über 90 Prozent der Spieler sind Einheimische und identifizieren sich mit dem Verein. Das wird sich auf die Einstellung auswirken." Der Ex-Bundesligaspieler des FC Homburg geht auch davon aus, dass dies zu einem gesteigerten Zuschauerinteresse führen wird.

Ein Saisonziel will der neue Trainer nicht nennen. Er meint nur: "Wir haben 34 Spiele Zeit, um andere Teams hinter uns zu lassen. Wir müssen schnell in die neue Klasse hineinfinden. Und uns muss klar sein, dass wir uns mit etlichen etablierten Mannschaften messen müssen."

Bernd Gries steht für die Premieren-Saison der Preußen in der Saarlandliga ein Kader von 22 Spielern zur Verfügung. Lediglich sein Vorgänger Andreas Wolf hat den Verein verlassen. Wolf hat Merchweiler zusammen mit Co-Trainer und Berater Peter Rubeck zur Meisterschaft geführt. Fünf neue Spieler sind gekommen. Der 24-jährige Torwart Dominik Recktenwald wechselt vom Landesligisten Viktoria St. Ingbert nach Merchweiler . Der 25 Jahre alte Innenverteidiger Simon Zaffalon kehrt nach einem Jahr beim Verbandsligisten SV Furpach wieder zu seinem ehemaligen Verein. Und der 26-jährige Mittelfeldspieler Domenico Rao kommt vom VfB Hüttigweiler ebenfalls wieder zurück.

Jüngste Neuzugänge sind Lukas Gries, der 19-jährige Sohn des Trainers aus der A-Jugend der JFG Marpingen . Weiter ist der 18-jährige Moritz Schwindling aus der A-Jugend der JFG Saarlouis neu im Team. Beide sind im offensiven und im defensiven Mittelfeld einsetzbar. Für Gries waren schon die Gespräche mit den Neuen aufschlussreich: "Alle wollten zu uns kommen. Und es gab keine finanziellen Hochseilakte."

Der Trainer vertraut dem vorhandenen Kader voll. Er hofft, dass seine junge Truppe die Saison ohne jeglichen Druck angehen kann. Der 46-Jährige findet "es unheimlich spannend, zu sehen, wie unbefangen wir an die Sache herangehen können". Mit fünf Trainingseinheiten wöchentlich will er seine Spieler bis zum Saisonstart am ersten August-Wochenende fit machen. Das erste Testspiel bestreitet der Aufsteiger am Mittwoch, 9. Juli, um 19 Uhr im Stadion Haldy gegen die A-Junioren des 1. FC Saarbrücken , die gerade in die Bundesliga aufgestiegen sind.

sv-merchweiler.de