Dankbar für viele schöne Begegnungen

Er ist unterwegs in Italien, Brasilien, Japan. . . Götz Hartmann ist nach seinem altersbedingten Ausscheiden aus der Deutschen Radiophilharmonie viel gefragt. Bei der Sommermusik ist er nächste Woche als Dirigent und als Geiger zu erleben.

Ob Violinbogen oder Dirigentenstab - Götz Hartmann weiß mit beidem umzugehen. Zweimal wirkt der regelmäßige Gast der Saarbrücker Sommermusik diesmal bei dem Festival mit: Am Mittwoch, 21. September, um 20 Uhr, streicht Hartmann im Duo Kreutzer neben Mirta Herrera (Klavier) im Rathausfestsaal die Violine. Und vier Tage später - beim traditionellen Abschlusskonzert am Sonntag, 25. September, um 17 Uhr im Großen Sendesaal des Funkhauses Halberg - leitet er als Dirigent das Kammerorchester Ricercare.

Am Anfang war die Geige: Mit ihr begann die musikalische Laufbahn des Berliners, Jahrgang 1953. Nach einem Violinstudium (u.a. bei Igor Ozim) mit Konzertexamen an der Musikhochschule Köln wurde Götz Hartmann 1979 Geiger im Rundfunk Sinfonieorchester Saarbrücken (RSO), ab 1989 als Stimmführer der zweiten Violinen. In gleicher Funktion war er bis 2014 bei der Deutschen Radio Philharmonie (DRP) zu hören. Darüber hinaus bereichert Hartmann seit vielen Jahren als Kammermusiker die Klassiklandschaft, so mit dem Artus Quartett und Linos Ensemble.

Wie aber fand er zum Dirigentenstab? Erstmals keimte Interesse während des Studiums, erzählt Hartmann: Prägendes Vorbild war sein Kölner Hochschullehrer, der Geiger und Dirigent Günter Kehr. Die Kooperation mit berühmten Orchesterchefs auf dem Halberg verstärkte dann den Drang zum Dirigentenpult. Mitte der 90er Jahre folgten Besuche internationaler Dirigierkurse und erste Aufgaben am Pult verschiedener Orchester. "Im Zusammenspiel aus der kritischen Position des beobachtenden Orchestermusikers und eigenen Dirigier-Erfahrungen wuchs zunehmend das Gefühl für die Problematik des Dirigierens", erinnert er sich.

Heute ist der Pultchef Hartmann international gefragt und Leiter des Orchestre Symphonique Saar-Lorraine Saarbrücken . Besonders liegt ihm die "partnerschaftliche Zusammenarbeit" mit den Mitmusikern am Herzen. Um nach dem Studium des Notenmaterials zu einer lebendigen Darstellung zu finden, gehöre "auch die Wahrnehmung der anderen Musiker, sowohl in der Kammermusik als auch im Orchester" dazu, sagt Hartmann. "Ich bin sehr dankbar für die vielen wunderbaren Begegnungen, die ich hatte und noch habe. Gerade beim Dirigieren ist mir dieser soziale Aspekt besonders wichtig." Auch nach dem Abschied von der DRP in "passiver Altersteilzeit" führt Götz Hartmann einen randvollen Terminkalender als Dirigent, Musiker und Leiter etwa von Kammermusikkursen mit Adressen in Italien, Brasilien und Japan. Gut, dass er das Reisen zu seinen Hobbys zählen kann. Daneben, so versichert der Vielbeschäftigte, bleibe außerdem noch genügend Luft für Freizeitfreuden wie Klavierspielen, Lesen, Gartenarbeit und gutes Essen.

Mittwoch, 21. September, 20 Uhr, Rathausfestsaal: Duo Kreutzer spielt Mendelssohn-Bartholdy, Gouvy und Grieg.