Dank für sozialen Einsatz

„Etwas Gutes zu tun kostet nichts, aber was man zurückbekommt, ist unbezahlbar.“ Mit diesem Zitat ihrer Großmutter fasste Kristin Brück die Arbeit der Freiwilligendienste im Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes zusammen. Sie sprach stellvertretend für 300 junge Leute, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen.

300 junge Menschen aus dem ganzen Saarland waren kürzlich in die Neunkircher Gebläsehalle gekommen. Sie leisten entweder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ab oder sind im Bundesfreiwilligendienst tätig. Dazu zählen auch Jugendliche, die zurzeit beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst in Frankreich und Luxemburg beschäftigt sind, auf Grund der langen Anreise aber nicht kommen konnten. Was nicht heißen soll, dass sie nicht doch an der Veranstaltung teilgenommen haben - zumindest indirekt. Mit Puppen aus Pappmaschee, die sie von ihren Arbeitsstellen im Ausland nach Neunkirchen schickten, präsentierten sich die rund 60 Jugendlichen.

Unter den Anwesenden war auch Samantha Hubertus aus St. Ingbert. Sie wollte nach dem Abitur eigentlich Medizin studieren, bekam aber wegen ihres Notendurchschnitts keinen Studienplatz. "Anstatt dann ein Jahr lang nichts zu tun, wollte ich etwas Sinnvolles machen. Und so dachte ich mir, dass das FSJ eine gute Möglichkeit ist", erzählt die 20-Jährige. Die Idee, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen, weil sie nach dem Abitur keine konkreten Pläne hatten oder es mit dem Studienplatz nicht klappte, hatten viele der Geehrten. So auch Michael Unteregger. Er war nach dem Abi unentschlossen und entschied sich für ein FSJ in der Orthopädie der Uniklinik Homburg. "Das Ganze bis zur Rente zu machen, wäre mir zu viel. Aber für ein Jahr ist das schon okay", befand der Beedener. Und so wurde auch er vom saarländischen Sozialministerium für seine Arbeit gewürdigt.

Bei der Ehrung überreichte Herbert Heyd von der Abteilung Jugend, Familie und Frauen des Ministeriums jedem Freiwilligen eine Urkunde für seine Arbeit und als Präsent eine Tafel Schokolade.

Stellvertretend für alle Jugendlichen hielt Kristin Brück eine bewegende Rede. Für sie hatte die Entscheidung für das FSJ einen traurigen Grund. "Meine Schwester war sehr krank und ich hab' viele Erfahrungen mit Krankenhäusern gemacht. Wir waren überall sehr gut aufgehoben und ich wollte unbedingt etwas zurückgeben", sagte die 19-Jährige, die sich daher für ein FSJ auf der Kinderintensivstation im Klinikum Saarbrücken entschied. Gründe für einen Freiwilligendienst gibt es also viele, doch eines haben alle Jugendlichen gemeinsam: Ihre Ehrung hatten sie allesamt verdient.

Zum Thema:

Auf einen BlickIm Freiwilligen-Jahrgang 2013/14 engagieren sich insgesamt 355 junge Frauen und Männer. Sie sind dabei im FSJ (137 Jugendliche), im Bundesfreiwilligendienst (13) oder im Internationalen Jugendfreiwilligendienst in Frankreich und Luxemburg (60) tätig. Arbeitsstellen gibt es zum Beispiel in der Kranken- und Altenpflege oder der Behindertenbetreuung, aber auch in kulturellen Einrichtungen. Die größte Gruppe der Freiwilligen stellen die Jugendlichen im Krankentransport und Rettungsdienst mit insgesamt 145 Teilnehmern. Sie können sich dort zum Rettungssanitäter ausbilden lassen und werden als Unterstützung des hauptamtlichen Personals eingesetzt. kub