Damit nachts keiner erfriert

Mit einem warmen Platz, Essen und Kleidung hilft der Verein Kältebus Saarbrücken im Winter obdachlosen Menschen. Die SZ-Leser wählten die Gruppe zu „Saarlands Beste“-Verein im Monat Januar.

Im Kältebus Saarbrücken erhalten vor allem obdachlose und mittellose Menschen von Dezember bis Ende März einen beheizten Platz und eine warme Mahlzeit. Ins Leben gerufen hat dieses Projekt eine Gruppe engagierter Freiwilliger, die im Dezember den Verein "Kältebus Saarbrücken - Hilfe für obdachlose Menschen" gründeten. Die SZ-Leser honorierten diesen außergewöhnlichen Einsatz mit der Wahl zu "Saarlands Beste"-Verein im Monat Januar.

Die Helfer sind täglich von 21 bis 6 Uhr da, abends gibt es etwas Warmes zu essen und heiße Getränke, morgens ein Frühstück. "Jeder darf kommen und bekommt etwas zum Essen und Anziehen", betont der Vereinsvorsitzende Phil Sahner. Jeweils sechs bis acht Helfer hielten jede Nacht im Kältebus die Stellung, gäben Essen sowie Winterkleidung aus und hätten ein offenes Ohr.

Bei Bedarf verteilen die aktuell 45 freiwilligen Helfer auch Isomatten, Schlafsäcke und Jacken. Wer darüber hinaus Kleidung braucht, kann in der vereinseigenen Kleiderkammer in der Sankt Johanner Straße 49, täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet, stöbern. Dringend benötigt werden derzeit neben Ruck- und Schlafsäcken auch Isomatten und Herrenschuhe in den Größen 43 bis 47. "Fast jeden Abend kommen Stammgäste zu uns", berichtet der Vereinschef. Der überwiegende Teil der zumeist obdachlosen Männer verhalte sich "sehr umgänglich und freundlich".

"Wir haben dieses Projekt gestartet, damit in Saarbrücken keiner nachts erfrieren muss", erklärt Sahner das Engagement der Gründungsmitglieder. In Städten wie Berlin und München gebe es schon Kältebusse, die jedoch anders als in Saarbrücken umherfahren und mit Festangestellten arbeiten, so Sahner. Seit Ende Dezember parkt der frühere Linienbus auf dem Betriebshof der Saarbahn im Saarbrücker Stadtteil Alt-Saarbrücken in der Hohenzollernstraße 115. Die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS) stellt den Stellplatz, Strom und Dixi-Toiletten für die Helfer, die Firma Harz den Bus zur Verfügung. "Ohne den Stellplatz und die vielen Helfer hätten wir das Projekt gar nicht starten können", sagt Sahner. Auch sonst ist das Projekt auf Spenden von Privatpersonen und Firmen aus der Region angewiesen.

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