Damit die Spuren der Bergleute nicht verblassen

„Glückauf“ heißt es schon seit zwei Jahren nicht mehr im Ensdorfer Bergwerk Duhamel – am Sonntag wurde dort mit dem „Tag des Bergmanns“ an die 250 Jahre alte Ära des Steinkohlebergbaus im Saarland erinnert.

Es ist ein Bild wie aus vergangenen Tagen: Bergleute in traditioneller Tracht versammeln sich mit wehenden Fahnen vor dem Bergwerk Duhamel in Ensdorf . Rund 45 Vereine aus dem Saarland und Frankreich sind beim zweiten Festakt seit der Schließung der saarländischen Steinkohlebergwerke am 30. Juni 2012 zusammengekommen, um die Tradition des Bergbaus aufrechtzuerhalten.

Dass der Kohleabbau seit jeher eine wichtige Rolle im Saarland gespielt hat, ist den meisten wahrscheinlich bewusst. Viele Saarländer haben einen Bergmann in der Familie. Auch Walter Engel, Vorsitzender des Saarknappenchors und Mitorganisator des Festes, ist schon sein ganzes Leben lang mit dem Bergbau verbunden. "Unter Tage zu arbeiten, heißt Kameradschaft. Wir Bergleute halten zusammen", sagt er. Tatsächlich mussten sich die Kumpel stets aufeinander verlassen können, daher ist der "Tag des Bergmanns" nicht nur ein Anlass, an die lange Tradition des saarländischen Bergbaus zu erinnern, sondern auch ein Tag, um alte Freunde wiederzutreffen. Auch Ralf Schmidt trägt seine Uniform mit Stolz. Er arbeitet seit 34 Jahren im Bergbau, auch heute noch, denn im Saarland sind durchaus noch Bergwerke in Betrieb, nur Steinkohle wird nicht mehr abgebaut. Schmidt ist Leiter des Kalksteinbergwerks in Auersmacher. Der Schließung des letzten Steinkohlebergwerks im Saarland und der damit verbundenen Energiewende steht er, wie viele andere, kritisch gegenüber. "Wir haben angefangen, eine Brücke zu bauen, nur wissen wir nicht, wohin", so Schmidt.

Im Vereinshaus in Fraulautern begrüßt der Präsident des Landesverbands der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine des Saarlandes, Klaus Hiery, die Gäste und betont, dass das Saarland seine Bergbau-Traditionen unbedingt bewahren solle. "Die Zukunft kann nur gestalten, wer weiß, wo er herkommt", so Hiery.

Dass der saarländische Bergbau noch längst nicht Vergangenheit ist, betont auch die Schirmherrin der Veranstaltung, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ). Sie verweist auf die Solidarität unter den Bergleuten, die es nun fortzuführen gelte: "Solidarität ist die Antwort, die wir brauchen, um die Zeit nach dem Bergbau zu gestalten." Dabei müssten Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten, um beispielsweise das Problem des Grubenwassers zu lösen. Mit den Worten "Die Spuren, die die Bergleute im Saarland hinterlassen haben, sollen sichtbar bleiben" schließt sie ihre Rede.

Mehr von Saarbrücker Zeitung