Cowboy-Style und höchste Präzision

Mehr als 230 Westernreiter traten auf der Heiligenwalder Reitanlage bei rund 1000 Starts an. Neben Reitern aus dem gesamten Saarland waren dabei auch viele Teilnehmer aus umliegenden Bundesländern vertreten.

Der Reiter passiert ein Tor und ruft dann den Hund hindurch.

. Optisch war es eine nette Sache: Zwar gab es beim Westernreitturnier, das von Donnerstag bis Ostermontag im Pferdesportzentrum Heiligenwald stattfand, keine spektakulären Rennen oder Sprünge, dafür Cowboy-Style gepaart mit höchster Präzision bei Grundgangarten und den speziellen Aufgaben der Western-Prüfungen. Der typische Westernsattel mit Sattelhorn und hohem hinterem Rand (Cantle), außerdem Western-Hut, buntes Hemd, Jeans und Stiefel gehörten zur Ausstattung der Teilnehmer. "Damit soll an die Tradition des Gebrauchsreitens angeknüpft werden, aus der dieser Sport hervorgegangen ist", erklärte Monika Aeckerle, Vorsitzende der EWU (Erste Westernreiter Union) Saar. Doch um Cowboy-Romantik ginge es nicht: "Das Westernreiten ist eine ernsthafte und seriöse Sportart."

Unter den mehr als 230 Teilnehmern, die zu insgesamt rund 1000 Starts antraten, waren außer Reitern aus dem gesamten Saarland auch zahlreiche aus umliegenden Bundesländern. Denn bei dem von der EWU und dem Trabrenn- und Reitverein Heiligenwald gemeinsam organisierten Turnier mit Trophywertung ging es auch um die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft (German Open) im ostbayrischen Kreuth im Herbst.

In der Halle sowie auf den Außenplätzen liefen meist zeitgleich Prüfungen in den verschiedenen Disziplinen. Beim "Superhorse" beispielsweise lotste Stefanie Schnur ihren 18- jährigen Wallach Grand Star Peppy erfolgreich rückwärts durch eine Parcoursstrecke und meisterte auch das Tor, das es hoch zu Pferd zu öffnen, passieren und schließen galt. "Es ist gut gelaufen, ich kann mich nicht beschweren", erklärte sie. Auch Michael Hartmann aus Losheim war mit seiner Leistung zufrieden. Westernreiten ist genau sein Ding: "Alles ist etwas entspannter, freier und vielfältiger als beim Englisch-Reiten." In Heiligenwald fühlte sich Hartmann, der an nationalen und internationalen Turnieren teilnimmt, wohl. Nur etwas wärmer könnte es sein, das war der weitverbreitete Wunsch in den Teilnehmerkreisen.

Wer beim "Horse and Dog Trail" an den Start ging, bei dem musste die Zusammenarbeit mit Pferd und Hund klappen. Tor passieren, Hund in die "Box" schicken, gleichzeitig rückwärts richten und Brücke überqueren waren nur einige der Aufgaben. Auf den Zuschauerrängen der Halle beobachtete man recht zahlreich, wie die Hunde mit Feuereifer und wedelnden Schwänzen bei der Sache waren. In der Außenanlage wurden unterdessen hier und da Klappstühle aufgebaut - die hatte man ohnehin dabei, wenn man zu den von fern Angereisten gehörte, die auf dem Gelände mit Wohnwägen campierten. Von weiter weg, aus Lörrach an der Schweizer Grenze, waren auch Sabrina Schwabe und ihr Speedy nach Heiligenwald gekommen. Beide genossen den Wettbewerb: "Beim Westernreiten gibt es kaum Konkurrenzdenken, das ist schön. Es geht locker und gemeinschaftlich zu und abends sitzt man noch gemütlich beisammen."

Auf den Sandplätzen gab es unter anderem beim Reining, der in Europa wahrscheinlich populärsten Disziplin, Galoppzirkel, Tempowechsel, ans Rodeo erinnernde Drehungen (Spins), Stopps und mehr zu sehen. Unter den saarländischen Westernreitern nahm besonders erfolgreich Rabia Bakri teil, der sich vor allem bei den Jungpferdeprüfungen hervortat, daneben Anna Groß, Stefanie Schnur und Lisa Both. Von der saarländischen Jugend erzielten Lisa-Marie Klein und Romy Geib, von den Einsteigern Lenya Lambeng Erfolge.