„Circes Tod“ entführt die Leser nach Madrid

Die Saarbrücker Gestalttherapeutin Cristina Schaaf stellt ihr neues Buch im Leidinger vor.

Cristina Schaaf ist eine bemerkenswerte Person mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Die Saarbrücker Gestalttherapeutin, die in Madrid geboren wurde, ist auch Autorin und stellte am Mittwochabend im Domicil Leidinger ihren zweiten Roman vor, "Circes Tod". Und wer von den vielen Zuhörern Cristina Schaaf nicht kannte, der hatte das Gefühl, nicht nur eine spannende Geschichte zu hören, sondern gleich auch einen interessanten Menschen kennenzulernen. Auch dass die Lesung von Musik der Gruppe Artett begleitet wurde, die auch zur Untermalung der Worte spielte, war ungewöhnlich. Dazu kam, dass nicht die quirlige Halbspanierin selbst vorlas, sondern Susanne Kartmann, eine Leserin und Freundin mit angenehm ruhiger Stimme.

Cristina Schaafs erstes Buch musste man nicht kennen, um der Handlung von "Circes Tod" folgen zu können. Das Buch, eine "romanhafte Biografie oder ein autobiografischer Roman", wie die Autorin in der Einführung augenzwinkernd sagte, hat keine fortlaufende Handlung, sondern setzt sich aus 39 Texten zusammen. Manche davon sind nur kurze Einträge, manches längere Passagen. Das Buch ist ein literarisches Puzzle. Zusammengesetzt erfährt man viel von der Kindheit und Familiengeschichte der Autorin. Entstanden sind die Geschichten rund um das Haus in Madrid, in dem Cristina Schaaf ihre Kindheit verbrachte. Nach dem Tod der "Circe" musste es ausgeräumt und verkauft werden.

Diese "Circe" begleitete die Autorin ihr bisheriges Leben. Anfangs als Sekretärin des Vaters, dann als dessen Geliebte und schließlich als Teil der Familie. Die Auseinandersetzung mit dieser schmerzvollen, aber auch sehnsuchtsvollen Vergangenheit bildet den Kern der Geschichten. Bei der Buchvorstellung war man als Zuhörer berührt und ließ sich gern ins Madrid früher Zeiten entführen.

Cristina Schaaf: "Circes Tod". 256 Seiten, Verlag: Tredition.