Charlotte Britz will "Gebilde des Eurodistriktes erlebbar machen"

Saarbrücken. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (Foto: SZ-Archiv) ist neue Präsidentin des Vereins Zukunft SaarMoselle Avenir (ZSMA). Britz wurde von der ZSMA-Jahresversammlung am Freitagabend gewählt. Ihre Amtszeit als Vereinsvorsitzende beträgt zwei Jahre. Britz löst Celeste Lett, Bürgermeister von Sarreguemines (Foto: SZ-Archiv), ab

Saarbrücken. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (Foto: SZ-Archiv) ist neue Präsidentin des Vereins Zukunft SaarMoselle Avenir (ZSMA). Britz wurde von der ZSMA-Jahresversammlung am Freitagabend gewählt. Ihre Amtszeit als Vereinsvorsitzende beträgt zwei Jahre. Britz löst Celeste Lett, Bürgermeister von Sarreguemines (Foto: SZ-Archiv), ab.

"Unsere Zukunft liegt in Europa", erklärte Britz. Im Mittelpunkt der Arbeit des Vereins stehe in diesem Jahr die Gründung des Europäischen Verbunds für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ). "Unsere wichtigste Aufgabe in den kommenden Jahren wird es sein, das für viele noch sehr abstrakte Gebilde des Eurodistriktes erlebbar zu machen. Nur dann wird es uns auch gelingen, die Bürger auf deutscher und französischer Seite von dem Vorhaben zu überzeugen", erklärte Britz bei der Versammlung. Möglich sei dies aber nur über gemeinsame Projekte, die die Menschen in ihrem täglichen Leben spüren. Der EVTZ ermögliche es, "geeignete Vorhaben effizienter zu realisieren, da bürokratische Hürden durch diesen Verbund überwunden werden" können.

"Der Verein als Struktur reicht nicht mehr aus. Die neue juristische Form eines EVTZ wird es dem Eurodistrikt erlauben, direkte Vereinbarungen mit den nationalen Staaten und der Europäischen Union zu schließen und anspruchsvollere Vorhaben umzusetzen", erklärte die neue Präsidentin des ZSMA: "Es gilt unter anderem, gemeinsam Infrastrukturen zu schaffen. Die Frage beispielsweise, wo wir in unserer Grenzregion künftig Hallen bauen, sollte einzig und allein von den Bedürfnissen der Menschen vor Ort abhängig sein und nicht von Landesgrenzen." Es gebe keine Argumente, die gegen gemeinsame Infrastrukturprojekte deutscher und französischer Gemeinden sprechen. "Im Gegenteil: Sie sind insbesondere auch aus logistischer und finanzieller Sicht alternativlos. Wir müssen unsere Kräfte bündeln. Das gilt für alle Bereiche, von der Bildungs- und Kultur-, über die Umwelt- und Energie-, bis hin zur Verkehrspolitik. Nur so können wir unsere Möglichkeiten im europäischen Wettkampf der Regionen ausschöpfen und die Menschen für unsere Region begeistern", sagte Britz. Ein grenzüberschreitendes Programm zur Förderung alternativer Energien oder auch ein gemeinsamer Masterplan zum Ausbau des ÖPNV seien nur zwei Beispiele für Vorhaben, die man in den kommenden Jahren angehen wolle.

"Der Eurodistrikt wird nur dann angenommen, wenn die Bürger ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln, wenn wir es schaffen, eine gemeinsame Identität zu schaffen", erklärte Britz. Dazu müsse man alle Bevölkerungsgruppen mitnehmen, insbesondere aber die Kinder und Jugendlichen in der Grenzregion.

"Ihr Handeln und Denken wird über die Zukunft des Eurodistriktes entscheiden", sagte die Saarbrücker Verwaltungschefin. "Wir müssen unsere Kräfte bündeln."

Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin

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