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CDU und SPD nach Bouillon-Rede um Harmonie bemüht

Saarbrücken. Kurz vor dem Krisentreffen der großen Koalition am Mittwoch geben sich CDU und SPD gelassen. Der Koalitionsausschuss war einberufen worden, nachdem Innenminister Klaus Bouillon (CDU ) heftige Kritik an der Landeshauptstadt und auch am Koalitionspartner SPD geäußert hatte (die SZ berichtete). Nora Ernst

CDU-Fraktionschef Klaus Meiser erklärte gestern, CDU und SPD würden auch nach dem Koalitionsausschuss ihre "gute Zusammenarbeit" fortsetzen. Im Kern sei das, was Bouillon gesagt habe, "unstrittig", nun wolle man "wie in einer Familie" die Streitigkeiten intern beilegen. Meiser ergänzte: "Wer Klaus Bouillon bittet, das Innenressort zu übernehmen, weiß, dass er sich niemanden vom diplomatischen Korps ins Haus holt."

Auch Volker Schmidt , Vize-Fraktionschef der SPD , betonte, es drohe "kein großer Streit" innerhalb der Koalition. Zwar seien Bouillons Äußerungen "nicht sonderlich freundlich" gewesen, darüber werde man reden müssen. Doch er sei zuversichtlich, dass die Differenzen beigelegt würden. Einen Seitenhieb konnte er sich aber nicht verkneifen: Bouillon hatte dem SPD-Abgeordneten Magnus Jung vorgeworfen, beim Thema Kommunalreform zu bremsen. "Da weiß der Minister mehr als die SPD selbst", sagte Schmidt ironisch. Das Positionspapier der SPD zur Kommunalreform sei nämlich noch gar nicht fertig.