CDU: Charlotte Britz fehlt Vision für Saarbrücken

Zehn Jahre ist Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) im Amt. Peter Strobel, Chef der CDU-Stadtratsfraktion, übt harsche Kritik an ihrem Führungsstil. So sei sie unter anderem zu wenig auf die Opposition zugegangen.

Anlässlich der zehnjährigen Amtszeit von Charlotte Britz geht die CDU-Fraktion mit der Oberbürgermeisterin hart ins Gericht. "Leider hat durch die Vielzahl an öffentlichen Terminen die konzeptionelle Arbeit im Rathaus gelitten. Die Überlegungen auf oberster Ebene, welche Richtung die Stadt nehmen soll, finden nicht statt", erklärt Fraktionschef Peter Strobel . Er moniert, dass Britz sich nicht dazu durchringen konnte, die Opposition im Stadtrat einzubinden. "Allzu oft kam bei Charlotte Britz die Partei vor der Stadt. Das hat Saarbrücken nicht weitergebracht", meint Strobel.

Dabei sei sie bei wichtigen Entscheidungen auf die Opposition im Stadtrat angewiesen gewesen, so zum Beispiel bei der Werkserweiterung des Unternehmens ZF. Die Grünen seien hier aus der Koalition mit SPD und Linke ausgeschert und hätten dagegen gestimmt. Nach Ansicht des Christdemokraten habe Britz sich oft nicht gegen die rot-rot-grüne Ratsmehrheit durchsetzen können, als Entscheidungen gegen die Bürger getroffen wurden: "Ich erinnere an die unnötige Wiederbesetzung von Dezernaten mit dazu noch unqualifizierten Kandidaten. Hier hätte ich mir von der Oberbürgermeisterin mehr Führungsstärke erhofft." Die Verschuldung habe während ihrer Amtszeit neue Rekordstände erreicht. Strobel kritisiert außerdem, dass Britz die Landesregierung mehr als Konkurrenten denn als Partner gesehen habe. "Dadurch konnte Saarbrücken seiner Rolle als Landeshauptstadt nicht gerecht werden. So kommt es, dass es auch nach zehn Jahren kein Projekt gibt, das man konkret mit ihrem Namen verbindet." Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Peter Bauer, sieht das ganz anders: "Mit großem Engagement und immer nah an den Menschen hat sie die Landeshauptstadt in allen wichtigen Politikfeldern vorangebracht." In der kommenden Legislaturperiode des Stadtrats könne sich Charlotte Britz auf die volle Unterstützung "ihrer" Fraktion verlassen.