Campus zur Sicherheit nachts erleuchtet

Saarbrücken. Energie wird immer teurer, und von daher denken viele darüber nach, wie sie die Kosten für Heizung und Strom senken können. Dazu zählt zum Beispiel der bewusste Umgang mit Licht. Das bedeutet, dass die Lampen nach Möglichkeit gedimmt oder abgeschaltet werden. Dieses Stromsparverhalten gilt natürlich auch für öffentliche Gebäude

 Der Campus liegt im Stadtwald zwischen St. Johann und Dudweiler. Foto: Elena Rey

Der Campus liegt im Stadtwald zwischen St. Johann und Dudweiler. Foto: Elena Rey

Saarbrücken. Energie wird immer teurer, und von daher denken viele darüber nach, wie sie die Kosten für Heizung und Strom senken können. Dazu zählt zum Beispiel der bewusste Umgang mit Licht. Das bedeutet, dass die Lampen nach Möglichkeit gedimmt oder abgeschaltet werden. Dieses Stromsparverhalten gilt natürlich auch für öffentliche Gebäude. Warum aber ist der Campus der Universität des Saarlandes und sogar eines der beiden Uni-Parkhäuser nachts zeitweise hell erleuchtet? Diese Fragen stellten der Saarbrücker Zeitung verschiedene Leser. Die Antwort kommt vom Präsidenten der Uni, Prof. Dr. Volker Linneweber. Gegenüber der SZ wies der Hochschulrektor auf die "grundsätzliche Sicherungspflicht" hin. Weil auf dem Campus nicht nur die Studierenden in zwei Wohnheimen, sondern auch die Professoren (am Botanischen Garten) wohnen, gelte die Pflicht zur Beleuchtung - auch nachts - vergleichbar einem "normalen Stadtviertel".Doch nicht nur die Bewohner wollen zu ihrer Sicherheit ausreichende Beleuchtung. Die Verlängerung der Öffnungszeiten der Unibibliothek bis 23 Uhr mache mehr Licht nötig, zumindest auf den Wegen im Campus und zu den Parkhäusern oder den Bushaltestellen. Einigen Studierenden sei es im Gegenteil noch nicht hell genug, sie fühlten sich gerade in der dunklen Jahreszeit nicht sicher, weiß Linneweber. Ähnliches gelte für die Parkhäuser. Weil der Anteil von Frauen sowohl bei den Studierenden als auch bei den Uni-Beschäftigten bei rund 50 Prozent liege, seien in den beiden Parkhäusern mit rund 1750 Stellplätzen nicht spezielle Frauenparkplätze gekennzeichnet.Folglich müsse auch hier genügend Licht - zumindest im Bedarfsfall - scheinen. Der Bedarfsfall werde von Bewegungsmeldern geregelt, die nach einer gewissen Zeit nach dem Einschalten die Lampen wieder herunterfahren, wie Alois Etringer von der Uni-Verwaltung ergänzt. Auf dem Dach des Parkhauses am Meerwiesertalweg seien zufolge Lampen aufgestellt, die auch für die Beleuchtung von Straßen in Wohngegenden verwendet werden. Diese würden selbst am Boden noch so viel Helligkeit erzeugen, dass sie der "Sicherungspflicht" unbedingt genügen. Linneweber ergänzte gerade mit Blick auf die seit 1. Juli geltenden höheren Stromtarife, dass die Universität gerne auch an Licht und Strom sparen würde, "aber das kann nicht auf Kosten der Sicherheit gehen". "Nimmt man die Jahreskosten von 2003 als Berechnungsgrundlage für den ersten Globalhaushalt mit 1,73 Millionen Euro und setzt sie in Relation zu den Jahreskosten auf Basis der Preissteigerung zum Juli 2008, so sind die Kosten insgesamt über 175 Prozent gestiegen, formuliert Etringer gegenüber der SZ. Sowohl aus finanziellen Gründen als auch wegen des Umweltschutzes werden auf dem Campus in nächster Zeit die bisherigen Quecksilberdampflampen gegen Natriumdampfleuchten ausgetauscht.

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