Cafeteria wird zur Kunst

Ob Bürogebäude, Schulmensa oder Privathaus: Am Samstag bestand die Möglichkeit, in Homburg an drei verschiedenen Orten einen Blick in Gebäude mit außergewöhnlicher Architektur zu werfen.

Architektur entsteht neu, verschwindet, wird modifiziert, überformt und den sich wandelnden Ansprüchen und Rahmenbedingungen angepasst. Unter dem bundesweiten Motto "Architektur bewegt sich" hatte die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) am vergangenen Wochenende alle Bauinteressierten eingeladen, zeitgenössische Architektur zu besichtigen und zu erleben. Von den insgesamt 23 Objekten im Saarland standen am Tag der Architektur in Homburg die Türen von drei ausgewählten Projekten von architektonischem Interesse zur Besichtigung offen: die neue Mensa der Robert-Bosch-Schule in Homburg, ein Bürogebäude im Vogelbacher Weg in Erbach sowie der Neubau eines Einfamilienhauses in der Virchowstraße. Sie zeigten einmal mehr, dass es sich lohnt, gerade dem scheinbar alltäglichen Bauen seine Aufmerksamkeit zu widmen. In der neuen Mensa der Robert-Bosch-Schule standen Designer Robert Krombach und Christin Omlor vom Bauamt des Saarpfalz-Kreises interessierten Besuchern für Fragen zur Verfügung. Auf den Erhalt der wertvollen Wandreliefs der beiden Künstler Hermann Remy und Willi Spiess habe man bei der Umgestaltung der ehemaligen Cafeteria großen Wert gelegt. Sie seien optimal in den Entwurf des mit dem Um- und Ausbau der Räume beauftragten Homburger Architekturbüros Anja Welle mit einbezogen worden und leuchteten mit LED's in verschiedenen Farben, erzählte Krombach. So wurden einige der vorhandenen Räume entkernt und in den Rohzustand zurückversetzt. Allein der Bereich der Ausgabetheke blieb erhalten, da dieser erst renoviert worden war. Mittels eines verglasten Anbaus von 100 Quadratmetern zur Schulhofseite hin wurde neuer Raum geschaffen, welcher für viel Platz und Licht sorgt. Auf diese Weise sei "ein Schaufenster nach außen" geschaffen worden, erklärte Krombach. Den neuen Eingangsbereich habe man mit Magnettafeln ausgestattet, auf denen Informationen wie der wöchentliche Speiseplan angebracht werden könnten. Darüber hinaus habe man in der gegenüberliegenden Wand eine Sitznische zwischen die Spinde eingebaut, in dem ein Porträt des Namensgebers der Schule zu sehen sei, so Krombach. Mit flexiblen Schiebe- und Trennwänden sowie der richtigen Raumakustik sind Ruhezonen und Arbeitsbereiche für die unterrichtsfreie Zeit entstanden. "Die Schüler können hier chillen und arbeiten und den Raum multifunktional nutzen", betonte Krombach. "Es gibt hier keinen Widerhall", verwies er auf die schallschützenden Wände sowie die Paneelen an der Decke. "Das sind akustische Deckensegel", ergänzte Christin Omlor. Für sie und Designer Robert Krombach war es wichtig zu zeigen, dass in einer Schule "nicht nur der normale Standard gebaut wird".

Mehr von Saarbrücker Zeitung