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Bunte Vielfalt aus Prinzip

Stadt-Mitarbeiter Wolfgang Reuter bepflanzt ein Blumenbeet vor der Europagalerie. Foto: Becker&Bredel
Stadt-Mitarbeiter Wolfgang Reuter bepflanzt ein Blumenbeet vor der Europagalerie. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken. Etwa 100 000 Frühlingsblumen werden dieser Tage in der Saarbrücker City gepflanzt. Da kaum noch eisige Nächte zu befürchten sind, ist die Zeit des Frühlingsflors gekommen. Wegen Bauarbeiten fällt er in der Bahnhofstraße weniger üppig aus. Peter Wagner

Stiefmütterchen und Osterglocken, Tulpen und Hyazinthen, Primeln und Gänseblümchen, Hornveilchen und blaue Vergissmeinnicht - die Mitarbeiter des Saarbrücker Amtes für Grünanlagen, Forsten und Landwirtschaft greifen seit Anfang dieser Woche in die Vollen, um die Beete, Tröge und Kübel in der Innenstadt zu bepflanzen.

Etwa 100 000 Blumen werden in den nächsten anderthalb Wochen in die Erde gebracht, alle in der Stadtgärtnerei vorgezogen. Außerdem sollten nun auch bald die ersten Zwiebelgewächse aufgehen, die im letzten Herbst in den Boden eingelassen worden waren. Wie in den Vorjahren setzt man beim Frühjahrsflor auf Buntheit und Vielfalt - "das kommt bei den Leuten am besten an", weiß Abteilungsleiter Volkmar Schulz. Für die Mitarbeiter hat dieses Stilprinzip des "Kreuz und Quer", das sich nicht an einem festen Gestaltungsplan orientiert, den Vorteil, besonders zügig arbeiten zu können.

Dass es in den Nächten noch leichten Frost geben könnte, ist für die Stadtgärtner kein Hinderungsgrund. Die nun gesetzten Pflanzen hielten das schon aus, allenfalls die aufgeblühten Primelchen könnten etwas glasig werden, weiß Martin Schwindt, Gartenbaumeister in Saarbrücken-Mitte und -Ost. Er ist übrigens gespannt, was aus der Zwiebelmischung wird, die am Tbilisser Platz gesetzt wurde; es handelt sich probeweise um eine fertig gekaufte, nicht um eine eigene Zusammenstellung.

In diesem Frühling fällt die Bepflanzung in der Bahnhofstraße deutlich weniger üppig aus als gewohnt. Wegen der Tiefbauarbeiten, die Platz benötigen, wurden nämlich die sechs großen ovalen Beete gar nicht erst aufgestellt. Das gewohnt bunte Bild erwartet den Passanten allerdings wieder in der Reichsstraße. Ein Problem der jüngeren Vergangenheit ist noch in der Bearbeitung durch Schädlingsexperten: Wegen der vielen achtlos weggeworfenen Essensreste werden Ratten in die Blumenkübel gelockt und graben sich dort dauerhaft ein, wenn sie nicht bekämpft werden. Auch Vandalismus und Diebstähle setzen der Blumenpracht bisweilen zu - allerdings nicht so weit, dass der Betrachter sie als lückenhaft empfinden würde.

Die Gärtner sind stets hinterher, um das Bild in Ordnung zu halten. Der Frühlingsflor wird übrigens Mitte Mai, nach Ende der sogenannten "Eisheiligen", durch die Sommerbepflanzung abgelöst. Dann werden auch wieder die Blumenampeln an den Masten bepflanzt.