Bürger testen Radwege mit Britz

Radfahren entlang der Saar soll mehr Spaß machen. Während einer Radtour am Sonntag zeigte die Oberbürgermeisterin interessierten Bürgern, wo die Stadt investieren will und wo es noch hakt. Am Osthafen ist sie überzeugt, dass die Verwaltung einen Konflikt zwischen Gastronomie und Radfahrern verhindern kann.

Eine ansehnliche Gruppe begleitete Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD ) am Sonntagnachmittag auf dem Drahtesel auf dem Weg vom Deutsch-Französischen Garten (DFG) zur Güdinger Schleuse. Britz wollte selbst erfahren, wie es sich rechts der Saar - in Flussrichtung gesehen, also am Malstatter und St. Johanner Ufer - radeln lässt. In der Gruppe waren neben etlichen Kommunalpolitikern auch Umweltdezernent Thomas Brück (Grüne), die St. Johanner Kontaktpolizisten Michael Gottesleben und Katja Remus, sowie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Saar vertreten.

Für den ADFC schwang sich Vorstandssprecher Thomas Fläschner in den Fahrradsattel. Er meint: "Das Saarbrücker Radwegenetz ist noch lückenhaft." Zum Beispiel an der Wilhelm-Heinrich-Brücke wollte er unbedingt die Position der Radfahrervereinigung verdeutlichen. Britz sieht hier erst einmal Entspannung, weil der Umbau der Brücke zunächst einmal verschoben wurde (die SZ berichtete).

Nicht lückenhaft, aber holprig war die Verbindung von der Congresshalle in die Innenstadt. Zuletzt vor allem, weil der Steg zwischen Luisenbrücke und Halle erneuert werden musste. Britz : "Mitte November wird der neue Steg eröffnet." Außerdem wies sie darauf hin: "Im Rahmen des Interreg-Projektes ,Das Blaue Band an der Saar ' wird bereits der Uferweg zwischen Berliner Promenade und Bürgerpark ergänzt."

Entlang des Langwiedstiftes erreichte die Gruppe die engste Passage des Fuß- und Radwegs entlang der Saar . Britz weiß: "Wenn auch keine Unfälle zu verzeichnen sind, trägt die Situation ganz allgemein zu einem unguten Verhältnis zwischen Radfahrern und Fußgängern bei." Mit der Erweiterung des Saarlandmuseums und dem geplanten Ausbau des Langwiedstiftes werde sich das Umfeld verändern. Dann soll auch der Leinpfad an dieser Stelle breiter werden, meinte die Oberbürgermeisterin.

Im Osthafen ist eine Ponton-Brücke geplant, die das Hafenbecken mit der "So-da-Brücke" - die heißt im Volksmund so, weil sie zwar vierspurig ausgebaut, aber nicht an das Straßennetz angebunden ist und also nur "so da" rumsteht - verbinden. Die "So-da-Brücke" war dann auch erst einmal den Schlusspunkt des Ausflugs auf der rechten Saarseite, die Schlussetappe führte weiter über den mit vier Sternen ausgezeichneten Radweg auf der linken Saarseite.

Noch ein Rückblick in den Osthafen: Am Silo hat sich inzwischen die Gastronomie etabliert. "Gastronomische Nutzung und Radweg müssen sich nicht widersprechen, sondern können sich durchaus ergänzen, wenn die Fläche weiter öffentlich zugänglich ist", sagte Oberbürgermeisterin Britz .

Am Ziel der Radtour wurde das auch deutlich, als sich alle Radfahrer im Gasthaus "Zur wilden Ente" an der Güdinger Schleuse erfrischten.