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Bühnenförderer aus Leidenschaft

Saarbrücken. Das Theater im Viertel liegt Menschen so am Herzen, dass sie dafür ehrenamtlich viel Tatkraft und Zeit aufbringen. Sie schufen einen profilierten Platz für Vor- und Querdenker. Grund genug, sie mal vorzustellen. Kerstin Krämer

25 Jahre überwiegend ehrenamtliche Arbeit - wenn's dafür keinen Bühnenapplaus gibt, dann wenigstens eine Fete in geschlossenem Rahmen: Am Mittwoch empfängt das Theater im Viertel (TiV) geladene Gäste und feiert mit ihnen das 25-jährige Bestehen seines Trägervereins "Theater im Viertel - Studiotheater". Veronika Häfele-Zumbusch, seit 1996 erste Vorsitzende, erinnert sich: "Ins Leben gerufen wurde der Verein 1990, vier Jahre nach der Spielstättengründung durch Jürgen Wönne und Tom Wolff."

Das TiV hieß damals noch "Studiotheater"; und für Häfele-Zumbusch, die bis zur Pensionierung Ende 2011 im öffentlichen Dienst arbeitete, eröffnete das kleine Zimmertheater eine neue, exotische Welt.

"Es war immer schon so, dass in diesem Theater Not am Mann oder an der Frau war", sagt sie und lacht. Also packte sie kurz entschlossen mit an. Als der damalige künstlerische Leiter Jürgen Wönne vorschlug, einen Trägerverein zu gründen, um Leute enger ans Theater zu binden, war sie erst nicht begeistert: "Ich bin eigentlich kein Vereinsmensch." Aber dann ließ sie sich doch zur zweiten Vorsitzenden wählen. Die damalige Satzung umriss die Vereinsziele: "Schaffung eines selbstverwalteten kulturellen Zentrums, die Förderung von Kunst und Kultur sowie des sozialen Bewusstseins."

1991 folgte die erste Ausgabe des "Saarländischen Kulturjournals", herausgegeben von Studiotheater und Logos-Verlag. Letzterer gehörte Friedhelm Schneidewind, der 1992 den Vereinsvorsitz innehatte. Im selben Jahr gab's erstmals eine ABM-Stelle, und ab 1993 übernahm der Verein mit dem Ostviertel in der Mainzer Straße eine zweite Spielstätte.

Im gleichen Jahr lobte der Verein auch den ersten "Deutschen Literatur-Theater-Preis" aus und wurde als gemeinnützig anerkannt. 1995 wurde das Studiotheater, das von Anfang an in den Genuss öffentlicher Förderung kam, umgebaut; ein Jahr später wurde Häfele-Zumbusch zur ersten Vorsitzenden gewählt.

Die nächsten Jahre brachten wechselnde künstlerische Leiter: Auf Michaela Auinger folgte Thomas Mörschel, der wiederum Dieter Desgranges vom Theater Musentümpel ins Boot holte. Als Desgranges 1998 alleiniger künstlerischer Leiter wurde und diese bis heute andauernde Ära mit der Namensänderung der Spielstätte markierte, pochte Häfele-Zumbusch darauf, dass der Name Studiotheater im Vereinsnamen blieb. Neben Häfele-Zumbusch sitzen seit 2008 Werner Kulms und Florian Layes (Technik) mit im Vorstand; als unentbehrliche feste Mitarbeiter neben anderen Helfern wirbeln Ruth Boguslawski, die sich auch künstlerisch einbringt, und Christoph Spanier (Presse und Homepage).

Seit sechs Jahren betreut das Team außerdem im Auftrag der Stadt das Kleine Theater im Rathaus mit. Finanziell war es nie rosig - manchmal musste Häfele-Zumbusch sogar privat Geld vorstrecken, Durststrecken zu überwinden. Warum sie dennoch seit gut 25 Jahren bei der Stange bleibt? "Man wirft nicht einfach hin", sagt Häfele-Zumbusch. "Man geht nicht, solange es Ziele gibt." Die gab es im TiV immer. Sei es auf künstlerischem Gebiet, sei es der Umzug von der Nauwieser Straße in die neue Spielstätte am Landwehrplatz, mit der endlich finanzielle Planungssicherheit gewährleistet war. Wenn Häfele-Zumbusch irgendwann Abschied nimmt, will sie eine Vereinschronik fertig haben. Doch vorher gibt's schon wieder was zu feiern, und zwar ein Doppeljubiläum: 2016 wird das TiV 30 Jahre alt und ist dann seit fünf Jahren am Landwehrplatz beheimatet.

Zum Thema:

Auf einen BlickBald im TiV: Samstag, 11. April, 19 Uhr, Klezmer spezial: "Ivresses" - Trink- und Liebeslieder auf Jiddisch (Astrid Ruff, Yves Weyh). Sonntag, 12. April, 17 Uhr: "Saarland - Krimiland" mit Autoren des Ulrich-Burger-Verlages: Christian Bauer, Heinz Draeger, Martin Frohmann, Angelika Lauriel, Elke Schwab , Anja Strauß; Freitag; 17. April, 19.30 Uhr, Premiere: "Stones". Schauspiel mit Peter Haaf, Christian Steinborn . kek Infos, Karten unter Tel. (06 81)3 90 46 02 oder www.dastiv.de