Britz: Politiker müssen auf die Bürger zugehen

Saarbrücken. Als Reaktion auf die niedrige Wahlbeteiligung bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag hat Amtsinhaberin Charlotte Britz (SPD) alle Parteien und Stadtratsmitglieder aufgefordert, stärker auf die Bürger in den Stadtteilen zuzugehen. "Viele Menschen kennen ihre Stadtverordneten gar nicht", sagt Britz im SZ-Interview

Saarbrücken. Als Reaktion auf die niedrige Wahlbeteiligung bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag hat Amtsinhaberin Charlotte Britz (SPD) alle Parteien und Stadtratsmitglieder aufgefordert, stärker auf die Bürger in den Stadtteilen zuzugehen. "Viele Menschen kennen ihre Stadtverordneten gar nicht", sagt Britz im SZ-Interview. Nach ihrer Ansicht helfen auch Einwohnerfragestunden nicht, um mehr Bürger an die Wahlurnen zu locken: "Das direkte Wohnumfeld ist für die Bürger wichtig, zum Beispiel die Themen Sauberkeit, Sicherheit und Nahversorgung."Zur geringen Wahlbeteiligung habe auch beigetragen, dass es keine großen Streitthemen im Wahlkampf gegeben habe, meint Britz. Nur 35,1 Prozent der Wahlberechtigten hatten am Sonntag ihre Stimme abgegeben. Trotzdem fühlt sich die Sozialdemokratin demokratisch legitimiert. Für Britz votierten 57,5 Prozent.

In der Debatte um die Haushaltssanierung forderte Britz erneut einen Entschuldungsfonds für Saar-Kommunen. Wie die Stadt weiter sparen will, ließ sie offen. Nur eins ist für Britz klar: "Wir können nicht nur bei den Sachkosten sparen." Von Bäderschließungen hält sie aber nichts, wenn anschließend wie beim Stadtbad Gebäude leer stehen. "Wir werden die Eigenbetriebe und städtischen Gesellschaften durchforsten", kündigte Britz an und erneuerte ihre Forderung aus dem Wahlkampf, die Ausgaben des Regionalverbandes zu begrenzen. Aber das werde keine Millionen bringen.

Bei wichtigen Projekten wie der "Stadtmitte am Fluss", der Saarmesse und dem Ludwigsparkstadion hofft Britz auf eine gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung und ein schnelles Spitzengespräch mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Britz sieht gute Chancen, für die "Stadtmitte am Fluss" weitere Zuschüsse des Bundes zu bekommen, wenn Stadt und Land an einem Strang ziehen.

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