Blues bekommt im nächsten Jahr Gesellschaft

Wieder mal volles Haus: Die Auswahl der Künstler hat die Bluesfans überzeugt und scharenweise in die Breite 63 gelockt. Sie erlebten das letzte Saar-Bluesfestival in der Regie des Malstatter Kulturzentrums. 2017 ist ein Mix aus Blues, Folk und Weltmusik geplant. Aber ein Saar-Bluesfestival wird es weiterhin geben.

Ausverkauft war die Breite 63 beim "10. Saar-Bluesfestival". Die Jubiläumsausgabe war ein voller Erfolg, aber auch die letzte - zumindest in Regie der Breite 63. Ab 2017 soll es im Kulturzentrum "Blues & Roots Festival" heißen, verkündete Martin Derow, künstlerischer Leiter der Breite 63. Geplant sind gleichfalls zwei Tage im Herbst: Freitags mit Blues , samstags mit Folk und Weltmusik .

Ein entsprechendes Konzept Derows hatte sich bereits 2015 bewährt als Sonderausgabe zur Städtepartnerschaft mit Nantes. Freilich soll es weiterhin ein "Saar-Bluesfestival" geben: Derow reichte den Namen weiter an den Verein "SaarBlues", hier vertreten durch Jörg Metzinger und Fritz Schröder. Der 2014 gegründete Förderverein will den Blues in Saar-Lor-Lux stärken. Wo, wann und wie sie das Saar-Bluesfestival ausrichten wollen, lassen die SaarBlues-Leute offen.

Nun also das letzte "reine" Bluestreffen in der Breite 63: Nachdem am Freitag Sharrie Williams & Band und das Big Daddy Wilson Trio für Riesenstimmung gesorgt hatten, gehörte die Bühne am Samstag zunächst der Band des Saarbrücker Gitarristen Bernd Dahlmanns. Er hob das Saar-Bluesfestival einst aus der Taufe und leitete es bis vor wenigen Jahren. Dahlmanns machte wieder seinem Ruf als rau und unfrisiert in die Saiten greifender Bluesrocker mit beträchtlichen Phonzahlen alle Ehre.

Dirk Kunz (E-Bass) und Benoit Martiny (Schlagzeug) folgten ihm aber auch in ruhigere jazzige Gefilde. Obwohl Dahlmanns seinen Dauerpartner Cornell Wegmann (Saxofon) als Special Guest aufs Podium holte, hatte der viel beklatschte Auftritt Längen: Man vermisste Gesang; der in den Programmen angekündigte Sangesmann Pierre Laruse fehlte. Spät kam Angela Brown, Star des Abends, an die Reihe. Zunächst ließ die Blues-Lady ihre Begleiter an die Gesangsmikros: Christian Rannenberg, den gewohnt fingerfertigen Piano-Crack; den wunderbar authentisch trommelnden Tommie Harris und den Bassisten Daryl Taylor - als Vertretung konnte er dem Auftritt leider keine wirklichen Akzente schenken. Erst kurz vor Mitternacht kamen die Bluesfans in den Genuss des ebenso entspannten wie herzlichen Entertainments à la Angela Brown: Die rot gewandete Sängerin aus Chicago schien den Draht zum Auditorium quasi aus dem Ärmel zu schütteln und wurde vom ersten Augenblick an gebührend gefeiert.