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Bildungs-Gewerkschaften klagen über zu wenig Sekretärinnen an Saar-Grundschulen

Saarbrücken. Viele Grundschulen im Saarland haben weniger als zehn Stunden pro Woche eine Sekretärin. Die Verwaltung bleibt in diesen Fällen an den Schulleitern hängen. Doch diese sind bereits überlastet, klagen die Gewerkschaften. Ute Kirch

Oft sind sie die ersten Ansprechpartner für Schüler, Eltern, Lehrer , aber auch für Hausmeister und Betriebe: die Sekretärinnen in den Schulen . Die Grundschulen in Kleinblittersdorf, Auersmacher, Ormesheim, Erfweiler-Ehlingen und Nonnweiler müssen derzeit jedoch ganz ohne Verwaltungskraft auskommen. An sechs weiteren der 162 Grundschulen im Saarland ist das Sekretariat im Rathaus der Gemeinde angesiedelt. Das geht aus der Antwort einer Anfrage der Piraten-Abgeordneten Jasmin Maurer an die Landesregierung hervor.

Aber auch an Schulen mit Sekretärin haben diese nur in Ausnahmen eine volle Stelle - viele von ihnen sind weniger als zehn Wochenstunden an einer Schule. Je nach Schule variiert die Stundenzahl enorm, diese hängt auch von der Schulgröße ab. So stehen etwa der Grundschule in Friedrichsthal-Bildstock nur 3,5 Wochenstunden eine Sekretärin zur Verfügung, an der Ganztagsgrundschule "Im Vogelsang" in Saarlouis sind es 30. "Es reicht hinten und vorne nicht", findet die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (SLLV), Lisa Brausch. Und auch der Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Peter Balnis, hält die derzeitige Lage für unbefriedigend. Beide Gewerkschaften rufen seit Jahren nach mehr Verwaltungskräften für die Sekretariate. Der SLLV fordert, jede Schule mit mindestens einer Verwaltungskraft in vollem Umfang auszustatten. Brausch und Balnis hören Klagen, dass Schulen oft nur schlecht telefonisch erreichbar seien, E-Mails mit Verspätung beantwortet werden. Die Verwaltungsarbeit bleibe derzeit zu oft an den ohnehin schon stark belasteten Schulleitern kleben, klagen sie. "Schulleiter an Grundschulen sind Alleinkämpfer", sagt Brausch. Häufig stehe ihnen kein Konrektor zur Seite, hinzu komme eine hohe Unterrichtsverpflichtung. Für Balnis leidet darunter auch die Qualität des Unterrichts. "Der Unterricht leidet, wenn die Schulleiterin viele verschiedene Tätigkeiten gleichzeitig erledigen muss. Sie hält in der ersten Stunde Unterricht und muss schauen, wie sie Vertretung für zwei erkrankte Kollegen organisiert und die Verwaltungskraft erst in zwei Tagen wieder kommt. Das belastet."

Die fehlende Unterstützung sei ein Grund, warum es zunehmend schwierig sei, Lehrer zu finden, die Schulleiter werden wollen. Gemessen an der hohen Arbeitsbelastung sei die Besoldung der Rektoren von rund 4150 Euro brutto zu gering. Ein Lehrer verdient 400 Euro weniger. Derzeit sind nach Angaben des Bildungsministeriums 13 von 155 Schulleiterstellen unbesetzt. Für zehn sei das Auswahlverfahren bereits abgeschlossen, drei Verfahren liefen noch. Die Stellen sollen zum 1. August wieder besetzt werden, hieß es.

"Die Schulträger kommen ihren Verpflichtungen nicht nach", klagt Brausch. Für die Grundschulen sind dies die Kommunen. Sie entscheiden auch, welche Voraussetzung eine Verwaltungskraft mitbringen muss. Meistens verfügen sie über eine kaufmännische Ausbildung, wie etwa Verwaltungsfachangestellte oder Kauffrau für Bürokommunikation. "Teilweise werden aber auch gute EDV-Kenntnisse als ausreichend angesehen", teilt die Landesregierung mit. Für GEW-Mann Balnis sollten hingegen alle über eine einschlägige Ausbildung verfügen.

Eine Besserung scheint nicht in Sicht. Nach Auskunft der Landesregierung plant derzeit kein Schulträger, Verwaltungskräfte einzustellen. Überwiegend sehe man keinen Bedarf, aber zum Teil fehlten wegen "der schwierigen Haushaltslage" die Mittel.

Meinung:
Wer will, der kann

Von SZ-RedakteurinUte Klockner

Wie dringend eine Lösung der Finanzprobleme der Kommunen ist, zeigt sich bei den Schulsekretärinnen. Angesichts hoher Schulden und leerer Kassen sehen einige Städte und Gemeinden sich nicht in der Lage, die Stundenzahl der Verwaltungskräfte aufzustocken. Die Folgen sind schon spürbar: Schulen sind schlecht erreichbar, der Unterricht leidet, die Verwaltung lastet zunehmend auf den Schultern überlasteter Schulrektoren . Auch deswegen wird es schwerer, geeignete Lehrer für diese Position zu gewinnen.

Die Kommunen müssen als Schulträger daher an ihren Stellschrauben drehen, und etwa die Grundsteuer anheben. Das Geld wäre in den Sekretariaten gut investiert. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob Schulen manche Verwaltungspflicht erlassen werden kann. So werden etwa in Niedersachsen alle Schulen im zweiten Halbjahr von der Statistikerhebung befreit. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.