BI mahnt Bau der Nordumfahrung an

Mit Hilfe der Leuchttafeln in Merzig und Hilbringen, an denen morgens und abends der Berufsverkehr durch Merzig vorbeifließt, mahnt die Bürgerinitiative (BI) „Nordsaarlandstraße jetzt!“ die Landesregierung, zur Verwirklichung der Nordumfahrung Merzig zu stehen. „Wort halten!!! Nordumfahrung Merzig!!!“, lautete die Botschaft der BI, die in regelmäßigen Abständen über die Videowänder flimmert.

BI-Sprecher Ulrich Kieborz erinnert daran: "Der Bau der Nordsaarlandstraße inklusive der Nordumfahrung Merzig ist Vertragsbestandteil des Koalitionsvertrages unserer Landesregierung. Und das, meinen wir, zu Recht, denn der südliche und nordöstliche Bereich des Saarlandes verfügen seit langem über ein gutes Fernstraßennetz." Dieses fehle allerdings bisher im Nordwesten des Landes, insbesondere in Ost-West-Richtung. Die bestehenden Bundesstraßen könnten diese Verbindung nicht hinreichend erfüllen, findet Kieborz. "Deshalb braucht das Saarland eine Nordtangente: die Nordsaarlandstraße, allerdings komplett mit Anbindung an die A8 durch den Lückenschluss Nordumfahrung Merzig."

Eine bessere Verkehrserschließung ist nach Überzeugung der Bürgerinitiative "eine unverzichtbare Infrastrukturmaßnahme, um auch im ländlichen Raum Standortvorsorge für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Industrie, Gewerbe und Tourismus zu ermöglichen". Die Landesregierung wolle die strukturelle Benachteiligung der Region durch die noch fehlende durchgehende Verbindung zwischen A 1 und der A 8 durch den Bau der Nordsaarlandstraße beenden. "So ließe sich beispielsweise durch die dann erfolgte Anbindung des Merziger Gewerbegebietes an das Fernstraßennetz Richtung Rheinland-Pfalz das jetzt brach liegende Drahtcord Gelände erfolgreicher vermarkten", argumentiert Kieborz.

Nach Überzeugung des BI-Sprechers ist das umstrittene Verkehrsprojekt, gegen das sich insbesondere Umweltschützer vehement wehren, nach wie vor notwendig. Denn der Verkehr, insbesondere der Güterverkehr auf der Straße, werde weiter zunehmen, sagt Kieborz: "Das generelle Wirtschaftswachstum führt zu steigenden Wirtschafts- und Transportaktivitäten."

Seit 1991 sei die Güterverkehrsleistung mit jährlich mehr als drei Prozent Plus mit einer mehr als doppelt so hohen Wachstumsrate wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Wachstumsmaß gewachsen, habe das Fraunhofer Institut ermittelt. "Wer will kein Wirtschaftswachstum? Das bedeutet, der unvermeidlich zunehmende Lkw-Schwerlastverkehr muss aus den Ortsdurchfahrten rausgehalten und vorbeigeleitet werden", folgert Kieborz.

Neben der wirtschaftlichen Notwendigkeit bringe die Nordumfahrung eine spürbare Entlastung bei Verkehr und Lärm sowie eine Reduzierung der Unfallgefahren in den stark frequentierten Ortsdurchfahrten und Schleichwegen. Das betrifft zunächst Merzig, Brotdorf und Bachem sowie im weiteren Verlauf auch die Ortsdurchfahrten im Hochwald. "So teilte vor kurzem eine Tagesmutter ihre berechtigte Sorge um die betreuten Kinder mit, weil ihre Straße besonders morgens und abends als Schleichweg vom zunehmenden Durchgangsverkehr genutzt wird", erklärt Kieborz mit Verweis auf entsprechende Beschwerden aus dem Stadtteil Brotdorf.

Darum halte die BI weiter an ihrer Zielsetzung fest: "Die Landesregierung wird von uns nachdrücklich aufgefordert, die öffentlich mehrfach gegebenen Bauzusagen für eine Nordumfahrung Merzig zu halten."