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Bezirksrat Mitte: Radständer sollen bleiben, wie sie sind

Saarbrücken. Das darf nicht wahr sein, die Fahrradständer auf dem überdachten Teil des Gustav-Regler-Platzes am Rathaus St. Johann sollen weg? Als der Saarbrücker Radverkehrsbeauftragte Rainer Bier am Donnerstag im Bezirksrat Mitte so ganz nebenbei berichtete, dass man "aus der Dezernentenkonferenz heraus" angewiesen habe, die bestehenden Bügel durch andere zu ersetzen, reagierten die Kommunalpolitiker mit einem spontanen "Nein"-Beschluss.Formuliert von Andrea Schrickel (Grüne), erging - einstimmig - der Appell an die Verwaltung, die bestehende Anlage zu belassen, wie sie ist. wp

Sie ist nach Beobachtung von Rainer Bier die zweitwichtigste nach derjenigen am Bahnhof. Sie werde konstruktionsbedingt aber nicht nur von Radlern benutzt, sondern vor allem von Schülern als Sitzbank zweckentfremdet. Deshalb sei der Wunsch entstanden, andere Bügel zu montieren, auf denen man nicht mehr sitzen kann. Alltags-Radlerin Schrickel relativierte: Zwar säßen die jungen Leute dort gern, sie würden aber stets freundlich Platz machen, wenn Radfahrer ihre Parkplätze beanspruchten.

Hauptgrund für den spontanen Protest des Bezirksrates aber war die Haushaltslage. Im städtischen Etat ist gerade einmal Geld für maximal zwei bis drei Fahrrad-Parkplätze pro Jahr für die ganze Stadt eingestellt. Anstatt das knappe Geld für einen Umbau mit fragwürdigem Nutzen auszugeben, sollte man lieber neue Abstellmöglichkeiten finanzieren, hieß es. Für die SPD präsentierte Gabriele Braun schon einen Vorschlag: untere Lebacher Straße, wo die vielen Geschäfte sind. Der Radverkehrsbeauftragte versprach, den Standort auf seine Wunschliste zu nehmen und regte an, für die Räder einen Autoparkplatz entlang der Straße zu opfern.