Bewährte Svoboda-Kost begeistert im Domicil Leidinger

Milan Svoboda versäumte nicht, bei seiner Moderation die alten Zeiten der unvergessenen "Gießkanne" wachzurufen: In dem 2000 geschlossenen Jazzkeller war der Starpianist und Jazzprofessor aus Prag seit den frühen 80er-Jahren mit verschiedenen Formationen zu Gast.

Auch das Jazz Syndikat hat Svoboda wiederholt eingeladen, so nun am vergangenen Freitag zum aktuellen Saarbrücker Jazzfestival ins Domicil Leidinger.

Ob nun brandneue Kompositionen oder betagtere - hier gab es bewährte Svoboda-Kost: Swingende und groovende, in der Modern-Stilistik und im Jazzrock fußende Blue-notes dennoch typisch europäischer Prägung, mal mit spontan eingängigen Themen, mal in verschachtelter Bauart, von klassischer Musik inspiriert. Das 1979 gegründete Milan Svoboda Quartett jazzte in perfektem Einvernehmen und einmal mehr erfreulich vital.

Svoboda griff gewohnt virtuos in die Klaviertasten; Milan Krajic (Saxofon) entzückte wieder mit heißen Überblasungen; Ivan Audes (Drums) ließ es an druckvollem Drive nicht mangeln. Am stärksten kamen Funk- und Rock-Einflüsse à la 70er vielleicht noch beim agilen Tieftöner Filip Spaleny und seinem kräftig aufgedrehten E-Bass zum Tragen. Begeisterungswogen.

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