| 00:00 Uhr

„Betriebsräte sind gelebte Demokratie“

Homburg. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpfalz, Werner Cappel, machte deutlich, wie wichtig Betriebsräte sind. Er ruft die Belegschaften zur Teilnahmen an dem kommenden Betriebsratswahlen auf. jkn

"Viele Beschäftigte wissen gar nicht, dass wir zum Beispiel auch für Dentallabore, chemische Reinigungen und Wäschereien, für Optiker und Schreiner zuständig sind", sagt Werner Cappel, Erster Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpfalz, im Gespräch mit unserer Zeitung. "Im Bereich unserer Verwaltungsstelle gib es noch ein Potenzial von rund 100 kleinen und mittleren Unternehmen mit etwa 2500 Beschäftigten, die bislang nicht durch einen Betriebsrat vertreten sind. Arbeitnehmer, die das ändern möchten, können sich gern an uns wenden," fügt der 62-jährige Gewerkschafter an, der seit 2000 als Erster Bevollmächtigter die Geschicke der IG Metall leitet.

In der Zeit vom 1. März bis zum 31. Mai finden in der Bundesrepublik die turnusmäßigen Betriebsratswahlen in Unternehmen mit über fünf Beschäftigten statt. Aus diesem Anlass ruft Cappel nicht nur die Beschäftigten in den Industriebetrieben zur Teilnahme auf (wir berichteten). Gerade in den kleinen und mittleren Unternehmen wüssten die Beschäftigten oft gar nicht, dass sie das Recht auf Wahl eines Betriebsrats haben. Cappel: "Betriebsräte sind nicht nur ein Stück gelebte Demokratie", betont der IG Metall-Bevollmächtigte, "sie sorgen auch ganz konkret für bessere Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und bessere Einkommen. Nach unseren Untersuchungen sind die Einkommen in vergleichbaren Unternehmen um bis zu 30 Prozent höher, wenn sie einen Betriebsrat haben. Auch Kündigungen sind ohne Anhörung des Betriebsrats unwirksam. Und bei betriebsbedingten Kündigungen gibt es nur einen Sozialplan mit Abfindungen, wenn es auch einen Betriebsrat gibt."

Cappel verweist auf die Erfolge, die Betriebsräte und IG Metall in Unternehmen der Region verzeichneten, etwa bei Terex und Pallmann in Zweibrücken. "Auch bei Bosch in Homburg und Alstom in Bexbach steht die Sicherung der Arbeitsplätze im Vordergrund unserer Bemühungen." Die Befürchtung mancher Belegschaften, dass sie durch einen Betriebsrat Nachteile hätten, teilt Cappel nicht: "Sie nehmen nur Rechte war, die durch das Betriebsverfassungsgesetz garantiert sind. Daraus dürfen keine Nachteile entstehen." Und nach Cappels Erfahrungen "erkennen viele Arbeitgeber die Vorteile, die sie durch einen legitimierten Ansprechpartner haben. Modernes Management braucht auch die Beteiligung und Motivation der Mitarbeiter."


Zum Thema:

HintergrundAktuell betreut die IG-Metall-Verwaltungsstelle 35 Betriebsrats-Gremien mit 261 Mitgliedern, von denen über 90 Prozent in der IG Metall sind. Sie vertreten die Interessen von rund 16 000 Beschäftigten in der Region. Schwerpunkt sind die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie, aber auch in der Holzverarbeitung und Textil. Räumlich umfasst das Gebiet den größten teil des Saarpfalz-Kreis, den Landkreis Südwestpfalz mit Zweibrücken und Pirmasens sowie ein Teil des Landkreises Kusel. jkn