Berufliche Qualifizierung oft nötig

Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Kreis Neunkirchen ist im Januar deutlich gestiegen. Es waren 5751 Personen arbeitslos gemeldet, 8,2 Prozent mehr als im Dezember und rund 100 mehr als vor einem Jahr.

. Die Arbeitslosenquote betrug 8,3 Prozent (Vorjahr: 8,1 Prozent). Verantwortlich für den Anstieg der Arbeitslosigkeit waren zum einen Kündigungen und das Auslaufen von Zeitverträgen zum Jahresende. Zum anderen meldeten sich aus jahreszeitlichen Gründen mehr Personen als sonst arbeitslos, vor allem aus Garten- und Landschaftsbau, Bauwirtschaft und Transportbereich.

Im Januar waren im Kreis 5751 Personen arbeitslos gemeldet, 435 mehr als im Dezember und 97 mehr als vor einem Jahr. Damit hat die Arbeitslosigkeit das Niveau des Vorjahres nur noch um 1,7 Prozent überschritten. Von der Arbeitsagentur werden im Kreis Neunkirchen derzeit 1844 Frauen und Männer betreut, 236 mehr als im Dezember und deutliche 5,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Beim Jobcenter sind 3907 Personen arbeitslos gemeldet, fast 200 mehr als vor einem Monat und 5,4 Prozent mehr als im Januar 2013. "Im aktuellen Monat hat die Arbeitslosigkeit deutlich zugenommen, was aber für diesen Monat nicht ungewöhnlich ist. Besonders der Hauptkündigungstermin zum 31. Dezember hat sich negativ ausgewirkt. Nach dem Weihnachtsgeschäft und zum Jahresende endeten außerdem zahlreiche befristete Arbeitsverhältnisse. In fast allen Bereichen kam es zu mehr Entlassungen als im Vormonat", äußert sich Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, zu den ersten Arbeitsmarktdaten für das Jahr 2014. Da von den aktuellen Arbeitslosen jeder Zweite wegen einer fehlenden Berufsausbildung nur für eine Helfertätigkeit in Betracht komme, aber nur jede siebte angebotene Stelle eine Helferstelle sei, so Haßdenteufel, bedeute dies: "Wie bereits im vergangenen Jahr stellt deshalb auch im aktuellen Geschäftsjahr 2014 die berufliche Qualifizierung, insbesondere im Hinblick auf die sich zunehmend abzeichnenden Bedarfe an Fachkräften, einen besonderen Förderschwerpunkt dar."

Im Januar haben sich im Kreis Neunkirchen knapp 610 Personen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet, 235 mehr als im Dezember. Dagegen konnten knapp 260 Frauen und Männer in den vergangenen vier Wochen die Arbeitslosigkeit durch Einmündung in eine Erwerbstätigkeit wieder beenden.

Mehr Arbeitslosmeldungen als im Dezember erfolgten aus den Bereichen Gartenbau, Bau, Verkauf, Fahrzeugführung, medizinische Gesundheitsberufe und dem kaufmännischen Bereich. Der stärkste Anstieg wurde bei den Männern verzeichnet, weil Entlassungen vor allem in Bereichen erfolgten, in denen überwiegend Männer beschäftigt sind. Ebenfalls betroffen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren. Im Januar haben die regionalen Unternehmen 200 neue Stellenangebote gemeldet, 18 mehr als im Dezember und 40 mehr als im Vorjahresmonat.

Insgesamt waren zum Ende des Monats noch 453 Stellen zur Besetzung gemeldet, davon rund ein Viertel in der Zeitarbeit. Gesucht werden hauptsächlich Fachkräfte für die Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, die Metallerzeugung und -bearbeitung und Metallbau, für Verkehr und Logistik, Bauberufe, Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe, Verkauf, kaufmännische Dienstleistungen, Gesundheit und Soziales, Lehre und Erziehung sowie für Gesundheitsberufe.