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Bertha-Bruch-Tierheim wird im Herbst zur Baustelle

Umweltminister Reinhold Jost (Mitte) informierte sich im Hundehaus bei Heimchefin Josy Mathis (rechts). Links im Bild: Hans-Friedrich Willimzik, der Landesbeauftragte für Tierschutz. Foto: Becker&Bredel
Umweltminister Reinhold Jost (Mitte) informierte sich im Hundehaus bei Heimchefin Josy Mathis (rechts). Links im Bild: Hans-Friedrich Willimzik, der Landesbeauftragte für Tierschutz. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken. Im September soll in Alt-Saarbrücken der Rohbau des neuen Kleintierhauses stehen – nicht zuletzt dank eines 40 000-Euro-Zuschusses aus der Landeskasse. Minister Reinhold Jost sieht das Geld gut angelegt. Er zollte dem Tierschutzverein großen Respekt dafür, dass er so vielen hilflosen Geschöpfen das Leben rettet. Frank Kohler

Kaum geht die Tür auf, da erfüllt Lärm das Haus. Freude, Angst und der Wunsch, bemerkt zu werden, entladen sich in ohrenbetäubendem Gebell. Schon drücken sich die ersten Hunde für Streicheleinheiten ans Gitter. Tierheim-Chefin Josy Mathis sagt ihren Gästen inmitten des Lärms, was sie über Bau und Bewohner wissen müssen.

Tief beeindruckt kehrt Landes-Umweltminister Reinhold Jost (SPD ) aus dem Hundehaus des Bertha-Bruch-Tierheims in die relative Ruhe zurück, um draußen zu fragen: "Wie gehen Sie damit um?" Auskünfte über den täglichen Kampf gegen das Tier-Elend in all seinen Facetten bekommt Jost während seines Rundgangs von Josy Mathis und ihrer Mitstreiterin Barbara Best. Zum Beispiel über die nie endende Mühe, 450 000 Euro aufzutreiben, die das Heim Jahr für Jahr kostet. Oder über den "explodierenden Handel mit Kleintieren", dessen Opfer massenhaft im Heim landen. Best und Mathis sind Ehrenamtliche, wie so viele andere im größten Tierheim des Saarlandes. Jost wird alle Heime des Landes besuchen. Das mit 80 Hunden, 100 erwachsenen Katzen, 15 Katzenbabys und 68 Kleintieren gefüllte Bertha-Bruch-Heim steht am Anfang der Ministerreise durch die Tier-Asyle im Land. An Josts Seite ist der Tierarzt und Landestierschutzbeauftragte Hans-Friedrich Willimzik. Der will die Heime stärken, weil sie öffentliche Aufgaben erledigen, und er will Politiker nachdrücklich daran erinnern, dass es drei- bis viermal so teuer wäre, müssten sich die Kommunen selbst um Tiere kümmern.

Das Land jedenfalls macht eines der großen Vorhaben im Bertha-Bruch-Tierheim möglich: ein Kleintierhaus mit integrierter Quarantäne. Aus dem Landeshaushalt kommen dafür 40 000 Euro. Deshalb ist der auf 43 000 Euro veranschlagte Rohbau fast bezahlt. Damit er Ende November fertig ist, sollen die Bauarbeiten nach dem Heim-Sommerfest im September beginnen. "Den Innenausbau wollen wir selbst stemmen. Dafür rechnen wir mit um die 10 000 Euro", sagt Best.

Auch kranken Katzen kommt Geld aus der Landeskasse zugute. Für die Kranken- und Quarantänestation kaufte das Heim 25 große Edelstahlkäfige. Gesamtkosten: 27 000 Euro. Davon kommen 24 300 Euro vom Land.

Den größten Kraftakt unter ihren Bauvorhaben können die Tierschützer noch nicht in Angriff nehmen, das mit 500 000 Euro veranschlagte neue Hundehaus. "250 000 Euro fehlen noch. Die müssen wir über Spenden reinholen", sagt Best. Der Baubeginn sei denn auch nicht absehbar. Aber für Best steht fest: "Der Minister hat sich ein Bild davon gemacht, wie notwendig unsere Investitionen sind."