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Bergmännischer Flohmarkt spricht Gäste an

Velsen. Zum ersten Mal hatte der Verein Ergebnisbergwerk Velsen zum Bergmännischen Flohmarkt eingeladen. Gleichzeitig feierte am Sonntag die Künstlergruppe ART58 einen Lese- und Stöbertag und der Verein Hilfe für Ayacucho hatte ein internationales Frühstück organisiert. Von SZ-MitarbeiterStefan Bohlander

"Die Lyoner sind all'", sagte Volker Etgen. Dann war der Vorsitzende des Vereins Ergebnisbergwerk Velsen (EBV) auch schon wieder verschwunden. Vorher konnte er gerade noch seine Freude über das Gelingen des Bergmännischen Flohmarktes kundtun. Dieser fand am vergangenen Sonntag bei größtenteils angenehmem Wetter auf dem Gelände der ehemaligen Grube Velsen in Klarenthal statt. "Ich schätze, es sind gerade so etwa 1000 Besucher bei uns", so der Vorsitzende zur Mittagszeit.

Gute Laune versprühten auch Jean-Claude Rohr und Roland Decker. Die beiden ehemaligen Bergleute tauschten ihr Fachwissen am Stand von Jean-Claude Rohr aus. Der Sammler aus St. Avold hatte unter anderem eine große Auswahl an ehemaligen Grubenlampen im Angebot. Ab 90 Euro konnte man Exemplare etwa aus Frankreich, England, Polen, Deutschland oder Australien kaufen. "Jeder Bergmann hat eine Grubenlampe zu Hause", stellte der ehemalige Sprengmeister Roland Decker fest. An mehreren weiteren Ständen konnten Interessierte Artikel zur Unter-Tage-Welt wie Bücher, Urkunden oder andere Souvenirs erstehen.

Unter Tage ging es auch bei den begehrten Führungen. Das Erlebnisbergwerk Velsen verfügt über etwa 800 Meter Strecke auf drei verschiedenen Sohlen. Als Höhepunkte nennt der Verein den Blindschacht mit funktionierender Seilfahrtseinrichtung und Signalanlage und das Förderband, das für Personenseilfahrten zugelassen ist. Extra angereist waren knapp 40 Studenten aus England, die zurzeit an einem Austauschprogramm der HTW Saarbrücken teilnehmen.

Ebenfalls ein Erfolg war das internationale Frühstück, dass der Verein Hilfe für Ayacucho in der ehemaligen Lampenstube angerichtet hatte. "Etwa 240 zahlende Besucher hatten sich angemeldet", so Andreas Niethammer, der Vorsitzende des Vereins. Es gab Köstlichkeiten unter anderem aus Venezuela, Marokko, der Türkei, Deutschland und natürlich Peru.

"Dort, etwa 2700 Meter über dem Meeresspiegel, liegt Ayacucho und zählt zu den ärmsten Regionen Perus", erzählt Ruth Niethammer, die Frau des Vorsitzenden. Die Künstler Evelyn Koch und Gaitano Francese hatten außerdem Skulpturen und Bilder angefertigt, die zu Gunsten des Vereins versteigert wurden. Zwischendurch gab es immer wieder musikalische Darbietungen von Dimitrios Giatrakis (Multi-Percussionist), Ricardo Angel-Peters (Klarinette, Saxofon, Gesang), Michael Schaefer (Gitarre) und Eva Niethammer (Gesang).

Kulturinteressierte kamen auch im Gebäude nebenan auf ihre Kosten. In der ehemaligen Waschkaue hatte die Künstlergruppe ART58 zum Lese- und Stöbertag gebeten. Für jeweils einen Euro konnte man sich hier ein Buch mitnehmen. "Der Erlös geht der evangelischen Jugend Ludweiler zu", erklärte Joachim Wentz von der Künstlergruppe.

Währenddessen hatte Volker Etgen dann auch tatsächlich neue Lyoner organisiert. Dies war auch bitter nötig, denn für einen geringen Preis konnten sich Hungrige diese "Bergmannsportion" nebst Brot und Senf kaufen.

erlebnisbergwerkvelsen.de

hilfe-fuer-ayacucho.de

art58.eu