Bergbau-Ausschuss nimmt Arbeit auf

Wie geht das Land mit den Hinterlassenschaften des Bergbaus um? Welche Folgen hätte eine komplette Flutung der alten Bergwerke? Diese Fragen soll der Ausschuss für Grubensicherheit klären, der gestern seine Arbeit aufnahm.

Der Ausschuss für Grubensicherheit und den Umgang mit den Hinterlassenschaften des Bergbaus hat sich gestern konstituiert. Den Ausschuss hatte der Landtag kürzlich angesichts der Diskussion um die Grubenflutung eingerichtet. Unter anderem berichtete gestern der Experte Professor Jürgen Wagner, den die Landesregierung mit einem unabhängigen Gutachten zum Grubenwasseranstieg beauftragen will, über mögliche Gefahren für das Trinkwasser . Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich zog aus Wagners Ausführungen den Schluss: "Es kann klappen, es kann aber auch schief gehen." Klar sei schon heute, dass es ein Restrisiko gebe. Der Ausschussvorsitzende Eugen Roth (SPD ) warnte vor vorschnellen Urteilen, dafür sei die Angelegenheit zu komplex. "Es nutzt nichts, die Dinge zu skandalisieren, wir müssen sie aufarbeiten." Jeder einzelne Schritt der möglichen Flutung werde äußerst gewissenhaft untersucht. "Der Prozess ist so angelegt, dass wir ihn jederzeit im Griff haben."

Wagner habe deutlich gemacht, dass es im Moment keine Gefährdung für das Trinkwasser gebe, sagte Roth. Ob künftig Gefahr droht, falls die RAG die Gruben flutet, dazu müsse man das Gutachten der RAG und jenes von Wagner abwarten, so Roth.

Die RAG hat beantragt, den Wasserspiegel der Gruben in Reden und Ensdorf bis auf 320 Meter unter Normalnull steigen zu lassen - dann gäbe es von Ensdorf über Merchweiler, Göttelborn und Neunkirchen einen gemeinsamen Wasserspiegel. In einem zweiten Schritt will die RAG beantragen, dieses Wasser ab etwa 2035 bei Ensdorf in die Saar ableiten zu dürfen. Der Anstieg auf minus 320 Meter ist beantragt, aber noch nicht genehmigt. Umweltschützer und Anwohner fürchten Schäden für Mensch und Umwelt.

Grünenchef Hubert Ulrich sieht sich durch die Ausschuss-Sitzung indirekt in seiner Kritik an der Genehmigung der Teilflutung des Bergwerks Saar aus dem Jahr 2013 bestätigt. Wagner, der zunächst die Auswirkungen der Flutung bis minus 320 Meter untersuchen soll, habe erklärt, dass man dabei auch den weiteren Anstieg berücksichtigen müsse, weil es Überläufe geben könne, erklärte Ulrich. Dies sei bei der Genehmigung der Teilflutung jedoch nicht geschehen.