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Bekannte Filmmelodien klassisch interpretiert

Das Homburger Sinfonieorchester bei seinem Konzert. Foto: sick
Das Homburger Sinfonieorchester bei seinem Konzert. Foto: sick FOTO: sick
„Leinwandklassiker“ – so war das Neujahrskonzert des Homburger Sinfonieorchesters im St. Wendeler Saalbau überschrieben. Begleitet wurden die Musiker von stimmgewaltigen Solisten. Von SZ-MitarbeiterinJennifer Sick

St. Wendel. Zu seinem traditionellen Neujahrskonzert hatte das Homburger Sinfonieorchester am vergangenen Sonntag in den St. Wendeler Saalbau eingeladen. In diesem Jahr stand alles unter dem Motto "Leinwandklassiker" und so gaben die Musiker ihrer Veranstaltung gleich zwei programmliche Gesichter. Denn auf der einen Seite bot das Orchester die klassischen Elemente eines typischen Neujahrskonzertes mit Walzer, Polka und Ähnlichem, zum anderen bekam das Publikum aber auch bekannte Filmmelodien zu hören. Doch wer geglaubt hatte, ein reines Filmmusikkonzert zu besuchen, der hatte sich geirrt, denn Dirigent Jonathan Kaell ging es am Sonntag vor allem um die Verbindung zwischen großen Leinwandklassikern und den eingängigen Melodien des klassischen, sinfonischen Repertoires. Dennoch waren auch ausgewählte Stücke zu hören, die ausschließlich für den Film geschrieben wurden.

Musikalisch eröffnet wurde das Neujahrskonzert mit Franz von Suppés "Leichte Kavallerie", dessen Ouvertüre nicht nur als Bestandteil der gleichnamigen Operette zu weltweiter Berühmtheit gelangte, sondern auch in zahlreichen Filmen als Hintergrundmusik Verwendung fand. Diesem Beispiel folgend, brachte das Homburger Sinfonieorchester etliche Stücke zu Gehör, die aufgrund ihrer musikalischen Ausdruckskraft ihren Weg auf die Leinwand gefunden hatten: Der Kaiserwalzer von Strauß, der in den Sissi-Filmen verewigt wurde, der Tango "Jalousie" von Jacob Gade, der in "Schindlers Liste" ertönt oder auch Emile Waldteufels "Schlittschuhläufer", den Filmkennern bekannt aus "Mein wunderbarer Waschsalon".

Den reinen Filmmelodien zollte das Homburger Sinfonieorchester mit John Williams "Raiders March" seinen Respekt. Das Stück wurde eigens für den Leinwandklassiker "Indiana Jones" komponiert und erlangte über die Jahre hinweg auch außerhalb der Filmfangemeinde große Berühmtheit. Ebenso verhält es sich mit Elmer Bernsteins Titelmusik zu "Die glorreichen Sieben", die das Sinfonieorchester am Sonntag für sein Publikum spielte.

Neben diesen beiden prominenten Beispielen der Filmmusik und den Klassikern sinfonischer Orchesterliteratur kamen während des Neujahrskonzertes aber auch Operetten-Melodien von Franz Lehár und Emmerich Kálmán nicht zu kurz. Zu ihrer Interpretation hatte sich das Orchester stimmgewaltige Unterstützung geholt. Sopranistin Yitian Luan und Tenor Jevgenij Taruntsov interpretierten unter anderem Lehárs "Lippen Schweigen" aus der Operette "Die lustige Witwe", "Nun eilt herbei" von Otto Nicolai oder auch "Immer nur lächeln" aus der Operette "Land des Lächelns".

Neben den beiden Sängern bekam das Publikum noch eine weitere Solistin zu hören: Die 17-jährige Geigerin Ouchan He, Jungstudentin in der Geigenklasse der Hochschule für Musik Saar, gab ihr Debüt mit dem Homburger Sinfonieorchester. Sie spielte den dritten Satz aus Max Bruchs Violinkonzert in G-Moll und beeindruckte das Publikum als jüngstes Talent des Konzertes.