Beim Käsbösch gehen die Meinungen auseinander

Es ist ein klassisches Aufreger-Thema: Soll zugunsten der Wirtschaft ein Stück Naherholungsgebiet geopfert werden? Wir haben die Positionen der Stadtratsfraktionen zum Thema einmal zusammengestellt.

Es ist noch nichts passiert und trotzdem ist die Aufregung groß. Die Stadt plant, das Industriegebiet Süd zu erweitern. Dafür will sie rund 15 des 150 Hektar großen Almets nutzen. Das sogenannte Käsbösch wäre wegen seiner Lage an der Autobahn der ideale Standort für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet. Nur: Das Almet ist Naherholungsgebiet. Nachdem die Stadt bekannt gegeben hat, dass sie hier Flächen auf ihre Tauglichkeit für ein Gewerbegebiet untersuchen will, hat sich Protest eingestellt. 3037 Menschen haben eine Petition dagegen unterschrieben. Die Parteien beschäftigen sich in den Ortsverbänden mit dem Thema, und die Stadtverwaltung will den Saarbrückern am kommenden Freitag erklären, was genau sie plant und wie sich die Bürger an der Entscheidungsfindung beteiligen können.

Die SPD , die im Stadtrat die meisten Sitze hat, ist treibende Kraft hinter den Plänen. "Wir werden in den nächsten Jahren zusätzliche Gewerbe- und Industrieflächen dringend brauchen, weil freie Flächen auf den altindustriellen Konversionsgebieten rapide zur Neige gehen", sagt Peter Bauer, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion.

Ob allerdings neue Gewerbeflächen ausgerechnet im Almet erschlossen werden müssen, darüber haben die einzelnen Fraktionen im Stadtrat unterschiedliche Auffassungen. Während SPD und Linke der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Ansiedlung von Firmen Vorrang geben, drücken die Grünen, FDP und Alfa bei den Plänen auf die Bremse. Die CDU hat sich noch nicht zu dem Thema geäußert.