Behinderte Sportler wollen Medaillen holen

Das Saarland ist zu klein, um eigene „Special Olympics“ auszurichten. Deshalb fahren die Schüler der Förderschulen aus Heusweiler und Dudweiler nach Kaiserslautern, um dort um Medaillen zu kämpfen.

Spaß haben, das Beste geben - und Medaillen mit ins Saarland bringen. Die Schülerinnen und Schüler der Förderschulen aus Heusweiler und Dudweiler sind nicht bescheiden, wenn sie ihre Aussichten bei den Landeswettkämpfen von "Special Olympics" beschreiben. "Special Olympics" ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung.

Die jungen Schwimmer und Fußballer aus dem Regionalverband Saarbrücken haben sich ihr Selbstbewusstsein allerdings auch durch langes und hartes Training erarbeitet. Beobachter staunen, mit welcher Hingabe die geistig behinderten Kinder und Jugendlichen Ausdauer, Tempohärte und Techniken üben - und dabei dennoch fair und humorvoll bleiben.

"Der erste Platz" und sonst keiner ist für Schwimmer Jan-Niklas Thielen denn auch das Ziel, wenn er vom 10. bis 12. Juni bei den Landesspielen in Kaiserslautern auf den Startblock steigt. Weil das Saarland zu klein für eigene Wettkämpfe ist, macht es bei den Rheinland-Pfälzern mit - und gehört dennoch zu den Favoriten der Großveranstaltung mit über tausend Teilnehmern.

Das ist vor allem im Fußball verblüffend, weil die Buben aus Heusweiler und Dudweiler sogar gegen Erwachsenen-Mannschaften antreten müssen. "Ich werde viele Tore verhindern", verspricht Abwehr-Ass Vincent Thavarajah, 16, der mit Torwart Dustin "die Katze" Becker zu den Leistungsträgern eines eingespielten Teams zählt (gespielt wird in 7er Teams über den halben Platz, 40 Minuten, ohne Abseitsregel).

Die Leistungen der behinderten Sportler sind ohne das außergewöhnliche Engagement der Lehrer, Trainer und "Special Olympics"- Idealisten wie Maria Kaiser, Marga Fluhr, Johannes Hoffmann und Stephan Leschhorn nicht denkbar. Ihre Aufgabe besteht ja nicht nur in der Herausbildung sportlicher und taktischer Fähigkeiten, sondern in der Bildung eines harmonischen Teams, das auch durch Regelkonformität und korrektes Auftreten überzeugen muss. Schließlich ist drei Tage lang das Saarland zu repräsentieren.

Wie Maria Kaiser berichtet, wurden bei der Nominierung für die Spiele deshalb Teilnehmer bevorzugt, die ein diszipliniertes Verhalten erwarten lassen. Mittlerweile haben die "Special-Olympics"-Starter schon Sponsoren gewonnen: Die Sparda Bank spendierte 1000 Euro für die Fahrt nach Kaiserslautern. Der "Special-Olympics"-Eid lautet: Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben!

Die Mannschaft der Winterbachsroth-Schule in Dudweiler. Foto: Maria Kaiser Foto: Maria Kaiser

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Auf einen BlickTeilnehmer der Förderschule geistige Entwicklung Friedrich Joachim Stengel in Heusweiler sind die Schwimmer Monique Käufer, Lea Milius, Marco Berger, Dennis Huppert, Kevin Hofmann, Brian Wagner, Elisabeth Hörhammer und Jan-Niklas Thielen sowie die Fußballer Dustin Becker, Jens Theobaldt, Patrick Brümmer, Manuel Schmidt und Kevin Retter.Teilnehmer der Förderschule geistige Entwicklung Winterbachsroth Dudweiler sind die Schwimmer Maximilian Grossklos, Steven Klein, Hans-Joachim Schmiedgen, Romina Emanuel und Aileen Peter sowie die Fußballer Alessandro Konrad, Kevin Fürst, Shani Qeli, Vincent Thavarajah und Dennis Loskill. wp