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„Gehen Sie in sich, Herr Präsident!“

Protest: Das Sparkonzept der Uni-Leitung um ihren Präsidenten Volker Linneweber (Mitte) kommt bei den Studenten nicht gut an. Foto: Dietze
Protest: Das Sparkonzept der Uni-Leitung um ihren Präsidenten Volker Linneweber (Mitte) kommt bei den Studenten nicht gut an. Foto: Dietze FOTO: Dietze
Saarbrücken. Rund 500 Studenten haben am Donnerstag gegen das Sparkonzept des Uni-Präsidiums protestiert. Dabei kam es zu einer hochemotionalen Auseinandersetzung zwischen Ex-Dekan Stephan Weth und Präsident Volker Linneweber. lip

"Gegen die Zersparung" und"Wo ist unser Geld?" skandierten rund 500 Studenten der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bei einer Demo am Donnerstag auf dem Campus der Saar-Uni. Ihre Wut richtete sich gegen das neue Sparkonzept des Uni-Präsidiums. "Wenn es so kommt, wie das Präsidium plant, dann ist die Fakultät am Ende", sagte Katharina Waller von der Fachschaft Rechtswissenschaft. "Unsere Fakultät macht ein Drittel der gesamten Studentenschaft aus", sagte Moritz Plathe von der Fachschaft Wirtschaftswissenschaft. "Aber von den Hochschulpakt-Mitteln kommt nichts bei uns an."

Als der Unipräsident unter Buhrufen vor die Studenten tritt, kommt es zum Streit mit dem Ex-Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Stephan Weth. Per Megafon greift Volker Linneweber diesen direkt an. Während dessen Amtszeit habe die Fakultät ihr zugewiesene Hochschulpakt-Mittel nicht ausgeschöpft, wirft der Präsident ihm vor. Dabei hätten sich Studenten bei ihm über Mängel in der Lehre dieser Fakultät beschwert. Weth kontert - ebenfalls per Megafon: "Was Sie sagen, stimmt nicht, Herr Präsident. Und ich nehme das schlimmere Wort, welches mit L und Ü beginnt, nicht in den Mund." Jeder Cent sei über die Konten der Uni ausgegeben worden. Beschwerden der Studenten über Mängel in der Lehre bezögen sich lediglich auf die letzten Monate. Auch habe das Präsidium der Fakultät diese Mittel vor einem halben Jahr wieder abgenommen.

"Wir wollen uns nicht in Ihre machtpolitischen Streitereien reinziehen lassen", unterbricht schließlich die Jurastudentin Waller. "Wir Studenten wollen als wesentlicher Bestandteil der Uni gehört werden. Gehen Sie in sich, Herr Präsident, damit es für uns genügend Tutorien und Seminarplätze gibt!"