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Baustelle schürt Existenzangst

Burbach. Fast jeden Werktag wird deutlich, wie wichtig die kleine Grüneichbrücke in Burbach ist. Sie führt über die Bahngleise und verbindet die Von-der-Heydt-Straße mit der Weyerbachstraße. Jetzt, da sie Brücke gesperrt ist, sind die Staus programmiert Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Burbach. Fast jeden Werktag wird deutlich, wie wichtig die kleine Grüneichbrücke in Burbach ist. Sie führt über die Bahngleise und verbindet die Von-der-Heydt-Straße mit der Weyerbachstraße. Jetzt, da sie Brücke gesperrt ist, sind die Staus programmiert. Autos, die aus dem Westen und aus der Innenstadt Richtung Hubert-Müller-Straße oder Gewerbegebiet Weyerbachtal fahren, schleichen Stoßstange an Stoßstange durch die Von-der-Heydt-Straße. Und die ist die einzige Verbindung zum Waldweiher. Weil die Fahrt auf dieser Umleitungsstrecke zur Nervenprobe geworden ist, vermeiden die meisten Kraftfahrer diese Route, wenn irgend möglich. Zum Beispiel die Burbacher und Malstatter, die den Waldweiher als Naherholungsgebiet schätzen. Das zeigte sich auch am Donnerstag, als trotz des sonnigen Wetters viel weniger Menschen als sonst an einem Vatertag rund um den Weiher anzutreffen waren.


Hauptleidtragende sind die Betreiber der Fischerhütte, Jürgen Weber und Julia Lion. Weber sagt offen: "Diese Verkehrssituation macht uns regelrecht kaputt, uns fehlen 50 Prozent vom Umsatz." Meist schmeißen er und seine Partnerin den Betrieb derzeit allein. So sei, anders als früher, vielen, die auf den Saarterrassen arbeiten, der Weg zur Fischerhütte in der kurzen Mittagspause zu beschwerlich. Nur wenn mehr Gäste zu erwarten sind, helfen ein paar Mitarbeiter aus. "Das war einmal anders. Hier arbeiteten bis zu vier Aushilfen und ein Koch", sagt Weber. Derzeit gehe es nur darum, die idyllische Fischerhütte bis zum Baustellenende über Wasser zu halten: "Und das ausgerechnet im Sommerhalbjahr, wo wir uns eigentlich ein Polster für den Winter verdienen müssen."

Dabei sei die Lösung ganz einfach, sagt Weber. Er schlägt vor, "die Malhofenbrücke, die seit drei, vier Jahren nur noch für Fußgänger offen ist, wenigstens einspurig wieder für Fahrzeuge zu öffnen."



Das geht aber nicht, wie Bezirksbürgermeister Claus Theres sagt. Er habe diese Möglichkeit schon prüfen lassen.

Die Argumente gegen eine Öffnung kann Weber nicht teilen: Es habe dort einen tödlichen Verkehrsunfall mit einem Jungen gegeben, und die Brücke habe bauliche Schwächen, sei ihm gesagt worden. Doch Weber meint: "Der Unfall ist mehr als 15 Jahre her." Und die Brücke sei wohl schon stabil. Denn: "Noch vor Wochen stand ein 16-Tonnen-Kran auf der Brücke, als dort die Geländer angehoben werden mussten." Auch dass bei einer Öffnung Lkws über die Malhofenbrücke fahren würden, lässt er nicht gelten: "Das ist mit baulichen Maßnahmen zu verhindern."

Burbacher haben sich inzwischen bei der SZ beschwert, auf der Grüneichbrücke werde oft nicht gearbeitet. Norbert Simon sagt verärgert: "So etwas gibt es nur in Burbach. Am Rotenbühl würden die sich das nie erlauben."