Ball „in bester Gesellschaft“

Der 21. Wirtschaftsball des Saarlandes ist bei den 800 Gästen gut angekommen. Für Stimmung sorgten die Chris Genteman Group und DJ Afshin. Drei-Sterne-Koch Klaus Erfort tischte das Dinner auf.

"Meine Frau tanzt so gerne." Eher trocken antwortet IT-Unternehmer Peter Raber, Chef der Firma Meta-Level, auf die Frage, warum er und Gattin Sabine zu den Stammgästen des Wirtschaftsballs zählen. Sie kommt wesentlich temperamentvoller um die Ecke. "Ich freue mich das ganze Jahr auf den Ball", juchzt sie. "So richtig fetzig wird es erst, wenn gegen Mitternacht der Discjockey auflegt." Dazu später mehr.

Denn auch dieser "Abend in bester Gesellschaft", so die Selbstbeschreibung, muss offiziell eröffnet werden. Traditionell macht das immer der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Saarland (WJS), die zusammen mit vielen anderen Helfern und unterstützt von treuen Sponsoren diesen Ball in der Saarbrücker BMW-Niederlassung organisieren. Für WJS-Chef Matthias Tinnemeier war dieser 21. Wirtschaftsball "etwas ganz Besonderes", wie er die rund 800 Gäste wissen ließ. Zum einen, weil ein Film über den Ball Nummer 20 Premiere hatte. In dem kurzen Streifen kamen viele überzeugte Fans dieses Events zu Wort. Zum anderen, weil es für Tinnemeier selbst der letzte Ball war, den er eröffnete. Im nächsten Jahr hat sein Nachfolger Christoph Seydel das Vergnügen.

Danach stürmten alle das Tanzparkett, um sich auf das Vergnügen einzustimmen oder die Zeit zu überbrücken, bevor als Vorspeise Mille Feuille von roh marinierter Entenleber serviert wurde. Für den nötigen Swing sorgte wieder die Chris Genteman Group, deren Sound von Daniela Pusceddu und Edward Lawson mit ihren kräftig-samtigen Stimmen abgerundet wurde. Zwischendurch folgen der Hauptgang (US-Roastbeef BBQ) und das Dessert (Delice von Manjari-Schokolade).

Für Essen und Trinken waren wieder Sternekoch Klaus Erfort und das Team der Catering-Firma Christ zuständig. "Wir beschäftigen 50 Leute im Service und 30 in der Küche", beschreibt Eva Christ, die Schwester von Firmenchef Dieter Christ, den Aufwand. "Es ist einfach wunderschön hier und eine tolle Gelegenheit, entspannt mit Menschen zu plaudern, die man eigentlich viel zu selten sieht oder trifft", meinte Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland, die zu den Mitveranstaltern des Balls zählt. Was er und seine Frau Renate dann auch ausgiebig taten.


Taufrische Ballnachrichten zum Schauen und Nachlesen gab es, als die 16-seitige Sonderausgabe der Saarbrücker Zeitung verteilt wurde. Viel Beachtung fand die mehrseitige Bilderstrecke - mit zufriedenen Gesichtern bei all denen, die abgelichtet waren.

Die politische Prominenz war eher schwach vertreten. Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen und ihre Stellvertreterin, Wirtschaftsministern Anke Rehlinger (SPD ), wurde zwar erwartet, aber nicht gesichtet. So nutzte FDP-Landeschef Oliver Luksic das Vakuum, um besonders präsent zu sein.

Kurz vor Mitternacht baute DJ Afshin seine Ausrüstung im Foyer auf und postierte seine umfassende CD-Sammlung. Kaum wummerte der erste Beat aus den Lautsprechern, sammelten sich die Fans des saftig-rockigen Clubsounds und ließen sich von den Rhythmen treiben - bis weit nach vier Uhr morgens, wie Nachtschwärmer berichteten.

Fürs Dinner zuständig: Drei-Sterne-Koch Klaus Erfort.

Nur eines war anders in diesem Jahr: Freunde guter Zigarren und eines würzigen Tabakdufts mussten auf ihre geliebte und traditionelle Lounge verzichten. Die Brandschutz-Bürokratie hatte zugeschlagen.