Bald Entlastung vom Lkw-Lärm?

Viele Laster quälen sich zurzeit über die L 108, weil die Fechinger Talbrücke gesperrt ist. Leidtragende sind die Anwohner. Die Behörden sollen die Laster nun zwingen, am Neunkircher Kreuz auf die A 8 abzubiegen, fordern CDU und Koalition.

Die Anwohner der Flughafenstraße, L 108, müssen dringend vom Lkw-Verkehr entlastet werden. Darin waren sich gestern im Stadtrat die CDU-Fraktion und die rot-rot-grüne Koalition grundsätzlich einig. CDU-Fraktionschef Peter Strobel forderte, die L 108 müsse für den Lkw-Transitverkehr gesperrt werden. Dieser solle künftig wegen der Sperrung der Fechinger Talbrücke zwingend ab dem Autobahnkreuz Neunkirchen über die A 8 bis Überherrn und dann auf die französische Autobahn sowie über die A 623 nach Saarbrücken geleitet werden. Strobel stellte aber auch klar: "Wir wollen die L 108 nicht komplett sperren." Es sei den Anwohnern aber nicht zuzumuten, dass erst zum Jahresende der Lkw-Verkehr wieder über die Fechinger Talbrücke fahren soll. "Mitte Mai" soll die Brücke zumindest für den Pkw-Verkehr wieder geöffnet werden. Einen genauen Termin nannte die Landesregierung bisher noch nicht.

Torsten Reif (Grüne) wunderte sich über Strobels Vorschlag - denn im Bauausschuss haben die Grünen die Umleitung ab dem Neunkircher Kreuz gefordert, die CDU-Fraktion aber dagegen gestimmt. Gestern meinte Strobel, die Grünen-Vorlage sei zustimmungsfähig gewesen. Der CDU gehe es vor allem um ein Durchfahrtsverbot für den Transitverkehr. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD ) betonte: "Wir wollen erst mal sehen, wie sich die Brückenöffnung für die Pkw auswirkt, und beobachten den Verkehr. Dann werden wir weitere Maßnahmen mit der Landesregierung besprechen." CDU und Koalition lobten die Verwaltung, die professionell auf die plötzliche Brückensperrung regiert habe.

Weniger harmonisch verlief die Diskussion über das Glasdach in der Schifferstraße. Der Stadtrat entschied, das Dach nun doch nicht zu bauen. Aus Sicht der CDU ist das ein Fehler. Das Dach sei ein wichtiges städtebauliches Element und Teil des Gesamtkonzepts einer sanierten Berliner Promenade, meinte der Stadtverordnete Hermann Hoffmann. Zwei Millionen Euro sollte es kosten. Rund 338 000 Euro hat die Verwaltung bereits für Planung und weitere Arbeiten ausgegeben (die SZ berichtete). Die Reinigung würde mit jährlich 24 000 Euro zu Buche schlagen. Im Rahmen der Sanierung der Promenade wurde die Schifferstraße auf das Niveau der Bahnhofstraße gehoben. Nun sagen Koalition und Verwaltung: Die Schifferstraße ist bereits deutlich attraktiver, das Dach nicht mehr nötig. Auch die FDP plädierte dafür, auf das Dach zu verzichten. Was nun mit den 1,8 Millionen Euro im Haushalt 2016 für das Dach passiert, müsse der Stadtrat in den Beratungen für den Etat 2017 entscheiden, sagte Pressesprecher Thomas Blug.

Der Stadtrat hat gestern außerdem eine Resolution "Für die Zukunft unserer Stahlindustrie" verabschiedet und die Europäische Union (EU) aufgefordert, die heimische Stahlindustrie nicht durch schärfere Umweltauflagen einseitig zu belasten. Außerdem solle die EU stärker gegen den Billigstahl aus China vorgehen.

> Bericht folgt