Bahnhofstraße wird zur Baustelle

Die Sanierung der Bahnhofstraße ist die erste große Bewährungsprobe für Baudezernent Heiko Lukas. Für den Lieferverkehr soll ein stabilerer Belag verbaut werden, und neue Betonplatten sollen künftig leichter zu reinigen sein.

Die Bahnhofstraße muss 21 Jahre nach Einweihung der Fußgängerzone runderneuert werden. Der Belag ist in die Jahre gekommen, vor allem der Lieferverkehr hat viele Platten beschädigt. Gestern hat die Sanierung begonnen.

Zunächst sind die sogenannten "Fahrtrassen" für den Lieferverkehr zwischen den Arkaden und den Mittelrinnen an der Reihe. In diesem Jahr werden nach Angaben der Stadt die ersten beiden Bauabschnitte umgesetzt - zwischen der Dudweilerstraße und Einmündung Futterstraße sowie zwischen der Einmündung Futterstraße und Rotenhofstraße (Querstraße bei Thalia-Buchhandlung). Der Belag soll widerstandsfähiger sein als bisher. Zunächst wird der übergangsweise verbaute Asphalt abgefräst, dann ein Belag wie in der Futterstraße verbaut. "Dieser Asphalt wird nicht mehr zerstört", sagte Lukas bei der Vorstellung des Sanierungsplans im Mai. Der Asphalt wird von Streifen mit rosa Granitplatten unterbrochen, die farblich zum Belag unter den Arkaden, dem rosa Tupin, passen sollen. Um die Übergänge zur Futter-, Schiffer- und Sulzbachstraße zu betonen, werden dort die kaputten Tupin-Platten repariert oder ersetzt.

Die Bauarbeiten ruhen aber ab November, wenn der Christkindlmarkt aufgebaut wird. Spätestens im März 2017 geht es mit den "Fahrtrassen" in den anderen Abschnitten der Bahnhofstraße weiter. Ab dem Frühjahr wird parallel die Mittelzone erneuert - also dort, wo die Bänke und Bäume stehen. Hier lässt die Verwaltung beschichtete Betonsteinplatten verlegen. Bänke , Pflanzeninseln und Spielgeräte bleiben erhalten, werden aber ebenfalls erneuert. Betonelemente sollen diese Bereiche in der Bahnhofstraße besser abgrenzen und werden zum Teil ebenfalls zu Sitzgelegenheiten. Unter den Arkaden wird außerdem ein Leitstreifen für Behinderte eingefräst.

In den vergangenen Wochen waren bereits an mehreren Stellen Baustellen eingerichtet. Allerdings ging's dabei noch nicht um den Belag. Der ZKE saniert derzeit 30 Kanalhausanschlüsse. Diese Arbeiten sollen bis Oktober abgeschlossen sein, teilt die Stadtpressestelle weiter mit.

Die Arbeiten am Belag kosten 2,2 Millionen Euro. Wie viel davon das Land (Städtebauförderung ) übernimmt, ist nach Angaben der Stadtpressestelle immer noch offen. Im Herbst 2018 soll alles fertig sein.

Das Pflaster hatte schon kurz nach der Fertigstellung der Fußgängerzone für Negativschlagzeilen gesorgt. Die teuren Tupin-Platten waren schnell mit Kaugummiflecken übersät. Bis heute ist das kein schöner Anblick. Wie will die Stadt das künftig verhindern? "Es ist vorgesehen, vorbeschichtete Betonplatten zu verwenden, die auch schmutzabweisender und besser zu reinigen sind als der derzeitige Belag. Zusätzlich zu den regulären Reinigungsintervallen soll einmal jährlich eine Grundreinigung der Bahnhofstraße erfolgen", erklärt die Verwaltung dazu. Sie will die Einzelhändler in der Bahnhofstraße und Passanten mit aktualisierten Zeitplänen regelmäßig über die Sanierung und die einzelnen Baufelder informieren. Und die Verwaltung verspricht, mit den Gastronomen Lösungen zu suchen, damit sie auch während der Bauphase draußen ihre Gäste bewirten können.

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Hintergrund Die Firma TSG aus Völklingen hat den Auftrag für die Kanalanschlüsse erhalten, die Arbeiten an den Trassen für den Lieferverkehr erledigt die Arbeitsgemeinschaft Dittgen/Wolff. "Diese hat das wirtschaftlichste Angebot abgegeben", erklärt die Stadtpressestelle. Eine europaweite Ausschreibung sei wegen dieser Auftragssumme nicht nötig gewesen. Die Arbeiten für die Mittelzone der Bahnhofstraße will die Verwaltung im Herbst ausschreiben. sm