Bahn gewährt keine Ausnahme bei Kündigung der Bahncard

Eine SZ-Leserreporterin möchte ihre Bahncard zurückgeben. Doch die Kündigungsfrist hat sie um zwei Wochen versäumt. Die Bahn gewährt der Auszubildenden keine Ausnahme und schickt ihr Mahngebühren.

Janina Trouvain aus Saarbrücken ist verärgert über die Deutsche Bahn: "Ich bin maßlos enttäuscht und werde nie wieder eine Bahncard oder Sonstiges beantragen", sagte sie. Die Auszubildende hatte die kostenpflichtige Rabattkarte bisher dazu genutzt, um zu ihrer Berufsschule zu fahren. Nachdem sie eine andere Alternative fand, wandte sie sich an den Bahncard-Service, aber erhielt über einen längeren Zeitraum keine Antwort.

Deshalb habe sie der Bahn schriftlich ihre Kündigung inklusive der Bahncard zugeschickt, berichtete die SZ-Leserreporterin. Doch die Bahn antwortete ihr, dass sie dies nicht akzeptiere, weil sie die Bahncard nur vier statt sechs Wochen vor Vertrags-Verlängerung gekündigt habe.

"Ich habe ganz nett angefragt, ob sie mir eventuell entgegenkommen könnten, da ich keine Verwendung mehr für die Bahncard habe und zudem noch in Ausbildung bin und somit nur über eine relativ niedrige Vergütung verfüge", sagte Trouvain. Doch der Konzern blieb hart und behauptete, die Karte nicht erhalten zu haben. Wenn sie diese zurück bekommen möchte, müsse sie zusätzlich weitere 15 Euro zahlen. Auch ihre Bitte um Ratenzahlung wurde nach 15 Tagen abgelehnt. Stattdessen seien ihr noch weitere Mahngebühren auf die Rechnung aufgeschlagen worden.

Die Antwort der Bahn-Pressestelle in Frankfurt fiel kurz und sachlich aus: Der "Bahn Card-Service" habe die SZ-Leserin bereits umfänglich darüber informiert, dass eine außerordentliche Kündigung nicht möglich sei. Nach den Nutzungs- und Allgemeinen Beförderungsbedingungen sei eine Erstattung auch dann nicht vorgesehen, wenn die Rabattkarte nicht in vollem Umfang genutzt werden konnte. "Aus unserer Sicht können wir diese Ausführungen entsprechend bestätigen", sagte der Bahnsprecher abschließend.

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