Bahn erneuert Gleise am Saarbrücker Hauptbahnhof

Leichter Regen fällt auf die Gleise und Weichen am Saarbrücker Hauptbahnhof - aber das stört die derzeitigen Bauarbeiten nicht. "Bei Sonnenschein kann ja jeder Gleise bauen", scherzt Projektleiter Antonio Contarini von der DB Netz AG. Das Wetter darf auch kein Hinderungsgrund sein, denn für die Arbeiten gibt es einen genauen Plan.

Zur Instandhaltung werden bis zum 16. Mai im Hauptbahnhofbereich 21 Weichen und neun Bahnhofsgleise erneuert. Das entspricht einer Gesamtbaulänge von 2700 Metern, erläutert Contarini. Und dabei handelt es sich erst um einen Teil einer zweiteiligen Baumaßnahme, für die die Bahn rund 10,5 Millionen Euro in die Hand nimmt - jetzt 8,5 Millionen, im Herbst zwei Millionen. Vom 2. Oktober bis zum 4. November werden weitere fünf Weichen und drei Bahnhofsgleise erneuert.

Zu den eigentlichen Baumaßnahmen, die die Neunkircher Firma Monti im Auftrag der Bahn durchführt, kommt die Logistik hinzu. Neue und alte Schienen und Schwellen werden ab- und antransportiert, außerdem wird der Schotter ausgetauscht. Auch werden 21 Weichenschwellensätze an- und abtransportiert. "Weichen haben keine regelmäßige Form", erläutert Contarini. Insofern gebe es Sätze in unterschiedlichen Längen. Angeliefert werden einzelne Teile, die dann vor Ort vormontiert werden. "Ein Kran verlegt sie dann an die Endstelle", erklärt Kevin Zimmer, leitender Bauüberwacher. Damit die Weichen korrekt verlegt werden, gibt es genaue Verlegepläne - im Prinzip wie bei einem Modelleisenbahnbaukasten, nur in groß.

Die Bauarbeiten haben natürlich Auswirkungen auf die Anwohner und die Fahrgäste - auch wenn sich die Bahn bemüht, diese zu minimieren. "Die Weichenmontage findet nur tagsüber statt, damit wir die Anwohner nicht stören", verspricht Contarini. Außerdem kommen keine lauten Warnsignale zum Einsatz - das Hupen der Bagger ist aber beispielsweise zu hören. Größere Baumaschinen werden für die Arbeiten am Hauptbahnhof nicht benötigt.

Für die Fahrgäste ist die Hauptänderung, dass viele Züge auf einem anderen Gleis ankommen oder abfahren, erläutert Contarini. Je nach Bauort lässt sich jedoch Schienenersatzverkehr nicht vermeiden. Derzeit läuft der zweite Bauabschnitt an, der die Strecke von Illingen nach Saarbrücken betrifft: Hier kommen bis zum 27. Februar Busse zum Einsatz, deren Abfahrtszeiten teilweise anders als die der Züge sind. Außerdem brauchen die Busse rund acht Minuten länger als die Züge.

Informationen zu den Änderungen gibt es direkt an den Bahnhöfen, unter Tel. (08 00) 5 99 66 55 und im Internet. www.bahn.de/bauarbeiten