Badekleidung : Bademode wird wieder zum Streitfall

Mit dem Sommer kehren die Debatten über Burkinis und andere Textilien zurück.

Mit der noch jungen Freibadsaison ist sie wieder da: die Debatte darüber, was Menschen im Bad anziehen dürfen - und was nicht. Neuigkeiten aus der Nachbarschaft beweisen es. Im Völklinger Freibad dürfen Frauen jetzt Burkinis tragen.

Und für Kinder sind im Bad der Nachbarstadt Schutzshirts gegen UV-Strahlen erlaubt. Einzige Voraussetzung für Badekleidung: Sie darf nicht aus Kunststoff bestehen, der Wasser aufsaugt. Das wäre unhygienisch. Der Völklinger Stadtrat hatte die Badeordnung in der vorigen Woche entsprechend geändert. Das heißt, dort gelten Burkinis, Schwimmshirts und Schwimmanzüge jetzt als "übliche Badekleidung".

Wie ist es nun in Saarbrücken? Nach Angaben der Stadtwerke Saarbrücken Bäder GmbH sind umstrittene Kleidungsstücke wie die Burkinis in der Landeshauptstadt längst erlaubt. Allerdings habe es beim Bäderbetrieb zunächst durchaus Diskussionen gegeben, ob Burkinis zulässig sein sollen. Und zwar, weil es Sorgen um die Sauberkeit des Wassers gab. Denn wegen der Hygiene seien manche Bademoden erlaubt, andere nicht. So habe sich relativ schnell herausgestellt, dass Burkinis und UV-Schutzshirts keine Hygieneprobleme im Bad darstellen, solange das Material richtig beschaffen ist. Von dieser Entscheidung habe umgehend jeder Mitarbeiter des Bäderbetriebes erfahren - nicht zuletzt die Bademeister. Andere Kleidungsstücke seien dagegen ausdrücklich verboten. Beispiele? "Bitte keine Straßenkleidung und keine Jogginganzüge", sagt die Mitarbeiterin der Stadtwerke.

Kurz vor dem Sommer und den ersten 30-Grad-Tagen taucht eine weitere Frage auf: Was besagt die Badeordnung über das andere Extrem? Es gibt Badbesucherinnen, die beim Sonnen auf der Wiese ihren Oberkörper entblößen.

Gibt es irgendwo in der Bäderordnung eine Regel, wie viel Haut erlaubt ist? Die Mitarbeiterin der Stadtwerke lacht: Dazu mache die Badeordnung keine konkrete Aussage. Sie verbietet lediglich anstößiges Verhalten, lässt aber offen, ob ein nackter Busen diesen Tatbestand erfüllt.

Wie unterschiedlich Badevorschriften ausfallen können, zeigt ein Blick nach Japan: In den Bädern war tätowierten Besuchern bisher meistens der Eintritt untersagt. Die Debatte, ob dieses Verbot verschwinden soll, dauert an.

 Burkinis sind in Saarbrückens Schwimmbädern schon lange erlaubt. Foto: Rolf Haid/dpa
Burkinis sind in Saarbrückens Schwimmbädern schon lange erlaubt. Foto: Rolf Haid/dpa Foto: Rolf Haid/dpa

Dafür ist jenseits aller Geschmacksfragen und Debatten über das Erlaubte zumindest eines sicher: Bei Bademoden hat sich folgende Mischung aus Textilfasern bewährt: 85 Prozent Polyamid und 15 Prozent Elasthan. Egal, welches Stück Badekleidung daraus entsteht.