Ausstellung zeigt Kunst geistig behinderter Menschen

Die Galerie Elitzer zeigt in einer Ausstellung Bilder geistig behinderter Menschen. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft zu integrieren und ihre Kunst einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Ab Morgen stellt die Galerie Elitzer in Saarbrücken Werke geistig behinderter Menschen aus. "Menschen mit Behinderungen werden viel zu häufig ausgegrenzt, dem möchten wir entgegenwirken", erklärt Galerist Rainer Elitzer. Bereits zum dritten Mal kooperiere er mit der Lebenshilfe Neunkirchen. 1992 und 1997 habe die Galerie Elitzer schon Werke geistig Behinderter ausgestellt. Die aktuelle Ausstellung besteht insgesamt aus 25 Bildern. Diese sind in den Förderschulen Eric-Carle-Schule in Mainzweiler, der Rothenbergschule in Dirmingen sowie in den Malgruppen der Galerie Farbtupfer in Spiesen entstanden.

"Viele haben versucht, Personen und Situationen aus ihrem Alltag abzubilden", erzählt Julia Günnewig, Leiterin der Galerie Farbtupfer. Aber auch Tiere seien beliebte Motive. Zu viel verraten wolle sie aber nicht.

Ziel der Ausstellung sei es, die Kunst geistig Behinderter einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Zudem wolle man einen Beitrag zum besseren Verständnis behinderter Mensch in der Gesellschaft leisten. Die Künstler sind bunt gemischt: "Es gibt Bilder von Sechsjährigen, aber auch Maler um die 60 Jahre", sagt Günnewig.

Einige geistig Behinderte nutzen die Kunst um Dinge zu verarbeiten. "Andere können mit dem Malen zum Beispiel etwas ausdrücken, was sie im Gespräch nicht sagen können", erklärt Susanne Delgado, Kunstlehrerin an der Eric-Carle-Schule in Mainzweiler. Die meisten Kinder, die Delgado unterrichtet, haben Probleme mit der Motorik, die praktischen Arbeiten im Werkunterricht würden da oft helfen. "So können wir auch die Selbständigkeit der Schüler fördern", erklärt sie. Meist versuche man mit den Kindern ein Thema über einen längeren Zeitraum zu behandeln. "Derzeit läuft ein Schmetterlingsprojekt." Natürlich müsse man ununterbrochen auf die Schwächen und Bedürfnisse der Kinder eingehen. Im Kunstunterricht und in den Malgruppen werde nicht nur gemalt, auch plastische Arbeiten stünden dabei im Vordergrund. Aktuell verzierten die elfjährige Joelle und die achtjährige Evelyne einen kleinen Stuhl mit goldenem und silbernem Geschenkpapier, sagt Delgado.

Die Vernissage der Bilder geistig behinderter Menschen startet an diesem Samstag um 13 Uhr. Neben Galerist Rainer Elitzer wird auch Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD ) eine Laudatio halten. Die Ausstellung ist bis zum 11. Juli in der Galerie Elitzer zu sehen, die Bilder können auch gekauft werden.