Ausgedientes per Internet verschenken

Manche Dinge haben für den einen ausgedient, sind für ihn wertlos geworden – während der andere noch reichlich Verwendung dafür hätte. Man müsste nun nur den einen mit dem anderen zusammenbringen – dachte sich Felix Hubert und gründete die Verschenkbörse auf Facebook im Internet.

Die Inlineskater, die schon zehn Jahre unbenutzt im Keller liegen, sollen endlich raus? Und die alte Stehlampe muss beim Umzug auch nicht unbedingt mit? Zum Verkaufen ist all das oft nicht mehr geeignet. Abgenutzt, zu alt, an der einen oder anderen Stelle kaputt - warum also nicht verschenken? Denn was für den einen Ramsch ist, ist für andere manchmal noch brauchbar.

In einer Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook finden Anbieter für vieles dankbare Abnehmer, die den Dingen eine zweite Chance geben. Unter dem Namen Verschenkbörse rief sie Felix Hubert vor etwas über einem Jahr ins Leben.

"Es war mir immer schon lieber, aus wenig was zu machen, anstatt nach neuen Geldquellen Ausschau zu halten", begründet Hubert seine Idee, "und weil die Menschen ganz unterschiedliche Auffassungen davon haben, was auf den Müll gehört und was nicht, wollte ich die Menschen, die ihre Schränke, Fahrräder und Fernseher wegschmeißen wollen, mit denen zusammenbringen, für die all diese Dinge vielleicht noch zu gebrauchen sind."

Dabei wechseln teilweise auch richtig wertvolle Gegenstände den Besitzer, so wie kürzlich ein 100 Jahre altes Klavier. Und wer als Erster kommt, der mahlt zuerst. Stöbernde Börsenbesucher müssen meist schnell antworten, um zum neuen Besitzer zu werden.

Doch nicht nur der Eigennutz ist der Antrieb mancher Gruppenmitglieder. Astrid Stauffer zum Beispiel startete einen Aufruf, um Dinge für einen Obdachlosen zu sammeln. Sie selbst schenkte ihm ihr altes Zelt, durch die Verschenkbörse konnte ihm der Wunsch nach einer Taschenlampe erfüllt werden.

Dass man nicht unbedingt nur etwas Materielles verschenken muss, zeigte Michaela Larisch. Aufgrund ihrer guten Laune verschenkte sie "Einmal-Geschirr-spülen" - und das, obwohl sie das Spülen hasst. Mit ihrer Dienstleistung wollte sie denjenigen von dreckigem Geschirr befreien, der sie am humorvollsten davon überzeugen kann, die Spülhilfe verdient zu haben.

Am Ende entschied sie sich für zwei Gewinner und legte einen Spülmarathon hin. In einer Saarbrücker Wohngemeinschaft beseitigte sie zuerst das angekündigte Geschirr-Chaos.

Immer noch gut gelaunt, schwang sie dann bei Alexander Rück den Schwamm. Der hatte sie zuvor sogar zum Essen eingeladen und half im Anschluss beim Abtrocknen. "Für andere zu spülen macht eben doch mehr Spaß", findet Michaela.