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Aus zwei Studienkollegs soll eines werden

Saarbrücken. Im Zuge der Spardiskussion sollen die Studienkollegs der Universität des Saarlandes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) zusammengelegt werden. Details sollen in einer Arbeitsgruppe beraten werden. Peter Wagner

Die Landesregierung plant, die beiden Studienkollegs von Universität und Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in der jetzigen Form aufzugeben und zu einer neuen Einrichtung zusammenzuführen. Die Fusion soll von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der beiden Hochschulen und den politischen Entscheidern vorbereitet und umgesetzt werden.

In den Studienkollegs können Studienanwärter aus Nicht-EU-Ländern, deren Abitur hier nicht anerkannt ist, eine sogenannte Feststellungsprüfung (FSP) ablegen und dadurch Zugang zu einer universitären Ausbildung erhalten. Im Zuge der Spardiskussion hatte zuerst die Uni die FSP zur Disposition gestellt - und dabei heftige öffentliche Kritik erfahren. Bei einer Unterschriftensammlung für das Studienkolleg waren Mitte des Monats über 2000 Namen sowie Fürsprachen ehemaliger FSP-Absolventen zusammengekommen.

Nun teilt auch die HTW auf ihrer Homepage mit, sie werde für das kommende Wintersemester keine kostenfreien Kurse am Ausländerstudienkolleg mehr anbieten. Gründe wurden nicht genannt. Auf einer Informationsveranstaltung des Integrationsbeirates der Stadt Saarbrücken , der die Schließungsdiskussion mit Argwohn beobachtet, gab Uni-Präsident Professor Volker Linneweber am Donnerstag aber Entwarnung: Es sei beabsichtigt, die Internationalität der saarländischen Hochschulen sogar noch zu steigern. Dazu brauche man aber keine zwei Studienkollege, sondern es genüge ein optimiertes. Wie dies aussehe, welche Lehrinhalte abgedeckt werden sollen, was es koste, wer es bezahle und ob es womöglich für einzelne Bestandteile Gebührenpflichten gebe, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Die Arbeitsgruppe befasse sich mit allen Aspekten, könne aber noch keine Ergebnisse vorlegen.

Vertreter aller im Landtag vertretenen Parteien waren sich einig, dass es auch künftig im Land Feststellungsprüfungen geben werde, um ausländische Studierende anzuziehen und möglichst für eine Berufskarriere im Saarland zu begeistern. Die Doppelstruktur aufrecht zu erhalten, sei dem Steuerzahler aber nicht zuzumuten und inhaltlich auch nicht notwendig.